Events und Klimaschutz

Höchste Zeit für klimaneutrale Events

Klimaschutz halten die Teilnehmer der 20. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) 2021 für das wichtigste Nachhaltigkeitsthema. Foto: RNE, Ralf Rühmeier

Die Flutkatastrophe in Deutschland, extreme Hitzewellen und Waldbrände in Griechenland, Türkei und Italien. Der Sommer 2021 zeigt drastisch die Folgen der globalen Erwärmung auf. Gemeinsam mit großen Teilen von Wirtschaft und Gesellschaft muss die Veranstaltungsbranche jetzt den dringend notwendigen Schritt hin zu Klimaneutralität schaffen und ihren ökologischen Fußabdruck verringern. Die Chancen und Möglichkeiten für Klimaschutz sind heute klarer als je zuvor.

Die zurückliegenden Sommermonate waren vor allem geprägt von den Schlagzeilen Klima, Krise und Katastrophe. Das Jahrhunderthochwasser vom Juli 2021 verwüstete weite Teile von Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden und kostete mehr als 220 Menschenleben. Zeitgleich begann in Süd- und Mitteleuropa eine Serie extremer Hitzewellen. In Griechenland, der Türkei und Italien entwickelten sich großflächige Waldbrände, die zeitweise völlig außer Kontrolle gerieten. Ähnlich dramatische Bilder wie aus Europa erreichten uns aus den USA, Kanada und Russland, wo im August eine Fläche von der Größe Portugals in Brand stand.

Im gleichen Monat veröffentlichte der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) seinen neuesten Bericht. Die Ergebnisse des Reports können durchaus als alarmierend bezeichnet werden. Sie belegen noch einmal deutlich, dass der Klimawandel menschengemacht ist und dass die jüngeren Klimaentwicklungen über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende hin beispiellos sind. Auch die Tendenz, dass es mit laufend ansteigenden Temperaturen zu immer mehr und häufigeren Extremwetterlagen kommen wird, ist im Bericht des Rates nun erstmals intensiv bewertet und bestätigt worden. Ein Lichtblick aus dem Report: Es ist noch nicht zu spät, um weltweit einen Pfad hin zu ambitioniertem Klimaschutz einzuschlagen, in massivem Umfang Emissionen zu reduzieren und es zu schaffen, die Pariser Klimaziele einzuhalten. Notwendig ist allerdings der Wille in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, eine radikale Trendwende hin zu nachhaltiger Entwicklung und Kreislaufwirtschaft in Angriff zu nehmen – unter allen Aspekten eine Jahrhundertaufgabe.

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Report

The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist das Gremium der Vereinten Nationen, das die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel bewertet. Sein jüngster Weltklimabericht belegt: Extremwetterereignisse wie die Hitzewellen im Sommer 2021 verschärfen sich.

Die Europäische Union hat zu diesem Zweck ein ehrgeiziges Programm vorgelegt, den European Green Deal – ein Bündel ambitionierter politischer Initiativen, gepaart mit Investitionen von 1,8 Billion Euro. Das Ziel: bis 2050 die Netto-Treibhausgasemissionen der EU auf null zu reduzieren sowie klare Fortschritte im Biodiversitätsschutz und im Aufbau einer Kreislaufwirtschaft zu machen. Um die Klimaziele in konkretere Handlungsschritte zu übersetzen veröffentlichte die Europäische Kommission im Juli das Maßnahmenpaket „Fit for 55“. Darin wird festgeschrieben, wie bis zum Etappenziel im Jahr 2030 eine Reduktion der Emissionen um 55% im Vergleich zu 1990 erreicht werden kann.

European Green Deal

Die deutsche Bundesregierung und der Bundestag folgten im Juni einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts und verabschiedeten ein überarbeitetes Klimaschutzgesetz. Die darin enthaltenen Vorgaben – die Einsparung von 65% an Treibhausgasen bis 2030, Treibhausgasneutralität bis 2045 und verbindliche Emissionshöchstmengen für alle Sektoren. Wissenschaftliche Expertengruppen aus den Think Tanks Agora Energiewende und Agora Verkehrswende wiesen jedoch darauf hin, dass Deutschland seine Anstrengungen im Klimaschutz verdreifachen muss, um die verabschiedeten Ziele im vorgesehenen Zeitraum zu erreichen. „Deutschland braucht in den ersten 100 Tagen der neuen Regierung das größte Klimaschutz-Programm in der Geschichte der Bundesrepublik. Erneuerbaren-Ausbau, Kohleausstieg, Effizienz, Elektrifizierung von Gebäude und Verkehr – überall ist eine Verdopplung bis Verdreifachung des Tempos angesagt“. So kommentierte Patrick Graichen von Agora Energiewende die 22 Handlungsempfehlungen, die Ende August seitens der Wissenschaftler an die Bundesregierung übergeben wurden.

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Der gewachsene Handlungsdruck auf Politik, Unternehmen und die breitere Gesellschaft ist im Sommer 2021 deutlich spürbar. Sind wir also in Sachen Klimabewusstsein an einem Wendepunkt angelangt? Der international renommierte Risikoforscher Ortwin Renn spricht zumindest von einem „erheblichen Sinnes- und Einstellungswandel bei vielen Unternehmen in nahezu allen Branchen“, der sich bereits über die letzten Jahre hin vollzogen hat und durch die jüngsten Ereignisse teils weiter verstärkt wurde. Renn betont neben den bereits sichtbaren Klimarisiken für Unternehmen aber auch die Chancen einer nachhaltigen Stärkung von Wachstum, Innovation und Technologieführerschaft, wenn Klimaschutz proaktiv und ambitioniert vorangetrieben wird. „Viele Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels bedingen neue technologische Entwicklungen aber auch veränderte Geschäftsfelder, die gerade für besonders ausgeprägte Wissensgesellschaften wie der deutschen Gesellschaft viele Chancen bietet, innovativ und nachhaltig die jeweiligen Märkte zu bedienen und zu gestalten.

Foto: IASS

„An vielen Stellen haben wir bereits die planetären Grenzen erreicht“

Ein Gespräch mit Risikoforscher Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor am Potsdamer Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung, IASS, über Klimaschutz, Kompensation und Chancen für Unternehmen.

Die Veranstaltungswirtschaft als Agendasetter

Was für Wirtschaft und Gesellschaft im Gesamten gilt, lässt sich auch auf die Eventbranche übertragen. Der Faktor Nachhaltigkeit entwickelte sich in der Veranstaltungswirtschaft über die vergangenen fünf Jahre vom „nice to have“ zum „must have“ - und der proaktive Umgang mit Klimathemen gehört mehr und mehr zu den Grundvoraussetzungen für gute Events. In einem gesonderten Beitrag zu „Nachhaltigkeit und Kollaboration“ in der tw Sonderausgabe Nachhaltigkeit wurde bereits die besondere Agendasetter-Rolle beschrieben, die der Veranstaltungsbranche im Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zufällt. Was unter dem Eindruck der jüngsten Trends und Entwicklungen aber zusätzlich deutlich wird: Der politische und gesellschaftliche Wandel rund um Klimaschutz ist bereits in vollem Gange. Die Eventindustrie hat nun die Chance, eine Führungsrolle annehmen und sich in ambitioniertem Tempo mit neuen Nachhaltigkeitsstrategien und innovativen Konzepten an die Speerspitze der Erneuerung stellen. Tut sie das nicht, läuft sie Gefahr, in naher Zukunft von verschärften Auflagen und Verordnungen eingeholt zu werden. Wie für die deutschen Automobilbauer und viele andere Industriezweige trifft auch für die Eventbranche die Silicon Valley-Formel zu: „disrupt or be disrupted“ – erfinde Dich selbst neu, oder es wird für Dich gemacht.

Initiative für die Veranstaltungswirtschaft

In 16 Steps zur Klimaneutralität

Foto: Sustainable Event Solutions, Stefan Lohmann

Die Veranstaltungsbranche bündelt ihre Kräfte für ein Nachhaltigkeitsprogramm. Die Initiatoren Stefan Lohmann von Sustainable Event Solutions und Tanja Schramm von Meet Germany stellen mit der Unterstützung von 13 Verbänden einen 16-Stufen-Plan auf, um die Veranstaltungsbranche bis 2025 möglichst klimaneutral umzugestalten. Die „16 Steps“ sind kleine Schritte, die schrittweise veröffentlicht werden und zum nachhaltigen Denken und Handeln führen sollen. „Bis Ende 2025 werden wir in jedem Quartal Branchenkollegen zu einem Thema in den Austausch bringen und Tipps für die Umsetzung geben“, sagt Tanja Schramm. Zu jedem der 16 Steps soll es Workshops und Panels geben. Stefan Lohmann bekräftigt: „Das Ziel muss sein, die Branche zukunftsfähig zu gestalten und auf ein nachhaltiges, verantwortungs- und klimabewusstes Businessmodell umzurüsten.“

Wie können Veranstalter sich aber auf den Weg machen, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu bilanzieren und zu reduzieren? Um zu bewerten, wie es um die Nachhaltigkeit einer Veranstaltung steht, muss die ganze Wertschöpfungskette von Produktion und Umsetzung bis zu den Reisewegen der Teilnehmer betrachtet und ausgewertet werden. Das Rezept ist oberflächlich gesehen einfach: klima- bzw. umweltschädigende Faktoren erfassen und messen, diese nach Möglichkeit reduzieren und schließlich die nicht zu beseitigenden Faktoren kompensieren. Eine praktische Anleitung für den Einstieg bietet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) mit seinem Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen. Auf über 100 Seiten werden darin strukturiert und detailliert diverse Einspar- und Optimierungsmöglichkeiten in vielen Aspekten der Organisation und Planung von Events ausgeführt. Seit 2012 gibt außerdem der ISO Standard DIN ISO 20121 offiziell die internationalen Richtlinien für die Planung und Umsetzung nachhaltiger Veranstaltungen vor. Gemeinsam mit der Norm wird ein Leitfaden für die praktische Anwendung verbreitet, der nicht nur die ökologische Dimension von Nachhaltigkeit, sondern auch soziale und ökonomische Faktoren in den Blick nimmt. Im deutschsprachigen Raum bieten eine Vielzahl von Agenturen und Nachhaltigkeitsberatern zugeschnittene Unterstützung bei der Umsetzung und Zertifizierung mit ISO 20121 an.

Nachhaltige Events: Fünf Ansatzpunkte für Organisatoren

  1. Kommunikation: Die eigene Ziele für Nachhaltigkeit, eigene Werte und Themen klar definieren und deutlich nach innen und außen kommunizieren.
  2. Reduktion: Den eigenen ökologischen Fußabdruck kontrollieren und reduzieren, notfalls umweltschädigende Faktoren kompensieren.
  3. Kooperation: Schlagkräftige Partnerschaften und Netzwerke mit NGOs, Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Initiativen aufbauen, um Wissen und Erfahrung zu Nachhaltigkeitsthemen anzureichern, breitere Zielgruppen zu erreichen und Imagetransfer anzuregen.
  4. Selbstreflexion: Kritisch die eigene Rolle und Verantwortung als öffentliche Plattform hinterfragen und eigene Beiträge zu Greenwashing ausschließen.
  5. Position: Die eigene Organisation mittel- und langfristig als Agendasetter in einem Nachhaltigkeitsthema positionieren.

Ein weiterer Lichtblick in der gegenwärtigen Lage ist die stetig wachsende Professionalisierung und Expertise, auf die Veranstalter zurückgreifen können. Der Markt für Lösungen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Eventbereich ist heute breit und vielfältig. Von individueller Beratung bei der Planung, Umsetzung und Zertifizierung durch Coaches und spezialisierte Agenturen, über integrierte Nachhaltigkeitsbetreuung im Leistungsportfolio großer Eventagenturen bis hin zu Startups mit spezialisierten Lösungen für Emissionsmanagement – Veranstalter erwartet eine breite Palette an Möglichkeiten, sich geeignete Lösungsmodelle, Technologie und Expertenrat für den Klimaschutz einzuholen. Eine seit Jahren feste Größe auf diesem Markt ist die gemeinnützige Organisation myclimate, die im DACH-Raum Beratung und Bildungsangebote zur Erfassung, Reduktion und Kompensation von CO2-Emissionen anbietet. myclimate bietet eine Bandbreite von Klimaschutzlösungen für Unternehmen aller Größen und arbeitet dabei auch mit Klienten aus dem Non-Profit-Bereich, der öffentlichen Verwaltung und der Veranstaltungsbranche zusammen. So werden beispielsweise neben der OutDoor by ISPO und der neuen IAA Mobility in München auch das Berliner Greentech Festival durch myclimate in ihren Nachhaltigkeitsprozessen beraten. Stefan Baumeister, Geschäftsführer von myclimate Deutschland, erklärt das Standardvorgehen für den Eventbereich wie folgt: „Für Veranstalter ist der erste Schritt, den CO2-Fußabdruck ihres Events berechnen zu lassen. Erst mit dieser CO2-Bilanz kann das Unternehmen verstehen, wo genau wie viele Emissionen entstehen. Darauf aufbauend lassen sich dann Maßnahmen und Handlungsschritte ableiten und das Ziel Klimaneutralität über den Weg – Vermeiden, Reduzieren und Kompensieren – erreichen.“ Während viele größere Veranstalter speziell zugeschnittene Betreuung über längere Zeiträume anfordern, bietet myclimate als Einstiegsangebot auch einen Online-Eventrechner mit dem Veranstaltungsorganisationen aller Art schnell, einfach und wissenschaftlich untermauert einen ersten Überblick über ihren CO2-Fußabdruck gewinnen können. Seit der Gründung im Jahr 2002 hat myclimate über 144 Klimaschutzprojekte in 41 Ländern der Welt entwickelt und unterstützt, über die die freiwillige CO2-Kompensation möglich ist. Die Organisation legt Wert darauf, dass alle unterstützten Projekte höchste Standards (CDM, Gold Standard, Plan Vivo) erfüllen und garantiert, dass mindestens 80% der von Unternehmen getätigten Kompensationsgelder direkt an die Klimaschutzprojekte fließen. Dies wird von unabhängigen Prüfinstituten regelmäßig kontrolliert.

Kennen Sie den CO2-Fußabdruck Ihres Events?

myclimate bietet einen Online-Eventrechner, mit dem Veranstaltungsorganisationen aller Art schnell, einfach und wissenschaftlich untermauert einen ersten Überblick über ihren CO2-Fußabdruck gewinnen können.

Der von Risikoforscher Ortwin Renn skizzierte Trend hin zu mehr Klimabewusstsein in Unternehmen wird auch durch die Geschäftszahlen von myclimate untermauert: Im Corona-Jahr 2020 wurden insgesamt rund 2 Millionen Tonnen CO2 über myclimate kompensiert – eine Steigerung von rund 500 000 Tonnen gegenüber den Rekordzahlen des Vorjahres. Trotz Pandemie und Stillstand in vielen Unternehmen beobachtete Deutschlandchef Stefan Baumeister auch 2020 ein weiterhin rasant wachsendes Interesse von Unternehmen, sich mit Emissionsmanagement auseinanderzusetzen und in Klimaschutz zu investieren. „Wir haben die Erfahrung machen dürfen, dass gerade in dieser pandemischen Ausnahmesituation viele Unternehmen ihren Blickwinkel erweitert haben: Klimaschutz soll dauerhaft und strategisch im eigenen unternehmerischen Handeln verankert werden – mit diesem Bedürfnis haben sich viele neue und bestehende Partner an myclimate gewandt.“ Neben den strategischen Interessen trage aber auch die gesellschaftliche Veränderung und der öffentliche Diskurs zum Kurswechsel bei, insbesondere in der Eventbranche. Baumeister betont: „Der Druck auf Veranstalter wächst, nicht nur von politischer Seite her, sondern vor allem der Marktdruck und gesellschaftliche Druck. Und das nicht erst seit den aktuellen Wetterphänomenen, die wir kürzlich in Deutschland erleben mussten. Bereits in den letzten zwei Jahren hat sich sehr viel verändert. Seit Klimaaktivisten auf die Straßen gehen und Klimawandel wirklich ein Mainstream-Thema in den Medien geworden ist, gelangen viele Veranstalter zu der Einsicht, dass sie jetzt wirklich etwas tun müssen.“

Foto: myclimate

„Veranstalter erreichen mit ihren Events und oftmals sehr aufwendigen Formaten eine Vielzahl an Unternehmen, Fachleute und Entscheider, aber auch Privatpersonen. Gerade deswegen haben sie die Chance, eine besondere Botschafterrolle einzunehmen und als Multiplikator für mehr Klimaschutz zu werben. Diese Möglichkeit sollten sie nutzen und mit klimaneutralen Events vorangehen.“

Stefan Baumeister, Geschäftsführer myclimate Deutschland

Ansteigender gesellschaftlicher Druck und strategisches Eigeninteresse der Veranstaltungsorganisatoren könnten dafür sorgen, dass die Eventbranche sich nun deutlich schneller in Richtung Klimaneutralität bewegt, als man sich dies noch vor wenigen Jahren vorstellen konnte. Mit wachsender Nachhaltigkeitsexpertise in den Veranstaltungsorganisationen, einem diversen Markt an Beratungsmöglichkeiten für Klimaschutz und einer großen Bandbreite an vertrauenswürdigen Kompensationsmodellen sind heute gute Voraussetzungen für einen echten Nachhaltigkeitsschub gegeben. Mit Leuchtturm-Veranstaltungen wie der IAA Mobility 2021, die als weltgrößtes Mobilitätsevent mit neuem, ganzheitlichem Themenkonzept einen starken inhaltlichen Fokus auf Klimaschutz legt und von den Organisatoren selbst als Blaupause für nachhaltige Messen bezeichnet wurde, wird es in Zukunft auch immer mehr neue, ambitionierte Modelle und weithin sichtbare Anwendungsbeispiele für nachhaltig aufgestellte Events mit internationaler Strahlkraft geben. Zusätzlich benötigt werden im Veranstaltungssektor aber organisationsübergreifende offene Plattformen zum Austausch über best-practice Beispiele und neue Nachhaltigkeitsansätze sowie breit ausgerichtete Weiterbildungsinitiativen, die Eventprofs aller Generationen die notwendigen Kenntnisse und Fachwissen zu praktischem Klimaschutz zugänglich machen. So wie der menschengemachte Klimawandel mit seinen Folgen unser aller Leben in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen und verändern wird, so wird Klimaschutz und Nachhaltigkeit auch die Eventbranche grundlegend verwandeln. Dieser Wandel kann und muss von uns aktiv gestaltet werden. Kollektiv bis spätestens 2030 Klimaneutralität zu erreichen (wie beispielsweise auch vom VDVO gefordert) ist ein klarer, nächster Meilenstein auf dem langen Weg und erfordert eine gemeinsame Anstrengung, in der die gesamte Veranstaltungscommunity vereint ist. Es hat lange gedauert, zu diesem Punkt zu kommen, aber wir kennen jetzt klar die Risiken und haben als Community die Lösungsmodelle, die Expertise und die notwendigen Tools zur Hand. Jetzt ist Aktion gefragt.

Felix Rundel

Foto: GCB, Berger

Felix Rundel

Felix Rundel ist Co-Founder von futurehain, einer Agentur an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Innovation und Gesellschaft. Mit seiner Arbeit zwischen kreativem Meeting Design, strategischen Programmkonzepten und interdisziplinärem Austausch – unter anderem als Ambassador für die XPRIZE Foundation – engagiert sich Felix für nachhaltigen und kollaborativen Fortschritt um den großen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Bis Ende 2020 war Felix als Executive Director der Falling Walls Foundation tätig, einer globalen Plattform für Durchbrüche in Wissenschaft und Gesellschaft. www.futurehain.com

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