Kolumne

Andreas Gebhard

Foto: re:publica, Dominik Butzmann

Andreas Gebhard ist Mitgründer und Geschäftsführer der re:publica, Deutschlands größter Konferenz für die digitale Gesellschaft. In seiner Kolumne in der tw tagungswirtschaft berichtet er aus seiner Sicht als Veranstalter.

Rapid Prototyping

Wie und warum Konzepte heute schneller denn je umgesetzt werden können.

Die re:publica erfindet sich im Jahr 2020 in einem atemberaubenden Tempo neu und bleibt sich trotzdem treu. Schon lange treibt uns die Idee um, über einen längeren Zeitraum und an einem festen Ort die vielen Spielarten der re:publica zu vereinen. Die Not macht uns - wie so viele in unserer Branche - erfinderisch!

Wir experimentieren mit dem re:publica Campus im September mit einer Mischung aus reinen Video, Online-Only-Formaten und interaktiven Ausstellungselementen, welche sich über QR-Codes wiederum zurück ins Netz verlängern. Abgerundet wird unser neues Angebot durch Live-Talks zu den aktuellen, die Gesellschaft umtreibenden Themen. Den Anfang der re:publica-Themenwochen macht vom 7. vom 11. September 2020 das „Martin-Roth-Symposium – MuseumFutures“.

Wir fragen dabei auch: Wie kann so etwas finanziert werden? Wie lassen sich Kooperationen und Partnerschaften zufriedenstellend gestalten? Wie funktioniert ein für die Teilnehmenden angenehmes Ticketsystem? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus und wie mit der Barrierearmut, wenn wir alle Hygieneregeln einhalten? Und: Wie steht es um die Aufenthaltsqualität und Eventatmosphäre, wenn so viel Abstand eingehalten werden muss? Ich finde es bemerkenswert, dass wir dieses Jahr nicht nur eine, sondern zwei neuartige Veranstaltungskonzepte planen und umsetzen. Das ist sehr besonders und steht nicht nur für ein Team, das sich gegenseitig vertraut, sondern auch für Teilnehmende, Dienstleister und Partner, die uns vertrauen. Mit der Plattform republica.TV und der Netzfest-Ausstellung „Netz Werke“ errichten wir neue Formate, erreichen neue Zielgruppen und erarbeiten uns so eine neue Chance, die Krise der Veranstaltungsbranche nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt und mit neuem Profil aus ihr hervorzugehen. Neue Konzepte können heute schneller denn je umgesetzt werden – „Rapid Prototyping“ also! Natürlich sind nicht alle Veranstalter in der Lage, aus dem Stand neue Projekte zu starten oder die bestehenden neu zu konfigurieren. Selbst für die re:publica ist es nicht selbstverständlich, dass wir uns innerhalb von so kurzer Zeit neu erfinden. Häufig ist es aber schon die halbe Miete, wenn neue Szenarien entwickelt werden.

This video has been disabled until you accept marketing cookies.Manage your preferences here or directly accept targeting cookies

Unsere Richtschnur bei der Konzeption und Umsetzung sind Investitionen in Flexibilität statt Kapazität. Der gesundheitliche Schutz von Teilnehmer*innen von Messen, Fachevents oder Kongressen verlangt eine Nutzer*innen zentrierte Herangehensweise. Zentral erscheint mir die Betrachtung aus den Augen der Besucher*innen zu sein. Denn es heißt ja nicht, dass alle direkt wieder auf Präsenzveranstaltungen gehen wollen, sobald diese wieder erlaubt sind.

Wie wird sich meine Arbeit in den nächsten zwölf Monaten verändern? Hoffe ich darauf, dass bald alles wieder wie vorher sein wird? Oder orientiere ich mich an einem defensiven Szenario, in dem große Präsenzveranstaltungen erstmal nicht möglich sind?

Die re:publica präsentiert ihren nächsten Prototypen, den re:publica Campus, mit der notwendigen Demut. Wir probieren aus und evaluieren die Resultate. Anfang Oktober werden wir dann über unsere Erfahrungen berichten und unsere nächsten Schritte bekanntgeben, denn: Nach dem Prototyp ist vor dem Prototyp!

Kolumne

Andreas Gebhard

Foto: re:publica, Dominik Butzmann

Rapid Prototyping

Wie und warum Konzepte heute schneller denn je umgesetzt werden können.

Die re:publica erfindet sich im Jahr 2020 in einem atemberaubenden Tempo neu und bleibt sich trotzdem treu. Schon lange treibt uns die Idee um, über einen längeren Zeitraum und an einem festen Ort die vielen Spielarten der re:publica zu vereinen. Die Not macht uns - wie so viele in unserer Branche - erfinderisch!

Wir experimentieren mit dem re:publica Campus im September 2020 mit einer Mischung aus reinen Video, Online-Only-Formaten und interaktiven Ausstellungselementen, welche sich über QR Codes wiederum zurück ins Netz verlängern. Abgerundet wird unser neues Angebot durch Live-Talks zu den aktuellen, die Gesellschaft umtreibenden Themen. Den Anfang der re:publica-Themenwochen macht vom 7.-11. September 2020 das „Martin-Roth-Symposium – MuseumFutures“.

Wir fragen dabei auch: Wie kann so etwas finanziert werden? Wie lassen sich Kooperationen und Partnerschaften zufriedenstellend gestalten? Wie funktioniert ein für die Teilnehmenden angenehmes Ticketsystem? Wie sieht es mit dem Datenschutz aus und wie mit der Barrierearmut, wenn wir alle Hygieneregeln einhalten? Und: Wie steht es um die Aufenthaltsqualität und Eventatmosphäre, wenn so viel Abstand eingehalten werden muss? Ich finde es bemerkenswert, dass wir dieses Jahr nicht nur eine, sondern zwei neuartige Veranstaltungskonzepte planen und umsetzen. Das ist sehr besonders und steht nicht nur für ein Team, das sich gegenseitig vertraut, sondern auch für Teilnehmende, Dienstleister und Partner, die uns vertrauen. Mit der Plattform republica.TV und der Netzfest-Ausstellung „Netz Werke“ errichten wir neue Formate, erreichen neue Zielgruppen und erarbeiten uns so eine neue Chance, die Krise der Veranstaltungsbranche nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt und mit neuem Profil aus ihr hervorzugehen.

Neue Konzepte können heute schneller denn je umgesetzt werden – „Rapid Prototyping“ also! Natürlich sind nicht alle Veranstalter in der Lage, aus dem Stand neue Projekte zu starten oder die bestehenden neu zu konfigurieren. Selbst für die re:publica ist es nicht selbstverständlich, dass wir uns innerhalb von so kurzer Zeit neu erfinden. Häufig ist es aber schon die halbe Miete, wenn neue Szenarien entwickelt werden.

This video has been disabled until you accept marketing cookies.Manage your preferences here or directly accept targeting cookies

Unsere Richtschnur bei der Konzeption und Umsetzung sind Investitionen in Flexibilität statt Kapazität. Der gesundheitliche Schutz von Teilnehmer*innen von Messen, Fachevents oder Kongressen verlangt eine Nutzer*innen zentrierte Herangehensweise. Zentral erscheint mir die Betrachtung aus den Augen der Besucher*innen zu sein. Denn es heißt ja nicht, dass alle direkt wieder auf Präsenzveranstaltungen gehen wollen, sobald diese wieder erlaubt sind.

Wie wird sich meine Arbeit in den nächsten zwölf Monaten verändern? Hoffe ich darauf, dass bald alles wieder wie vorher sein wird? Oder orientiere ich mich an einem defensiven Szenario, in dem große Präsenzveranstaltungen erstmal nicht möglich sind?

Die re:publica präsentiert ihren nächsten Prototypen, den re:publica Campus, mit der notwendigen Demut. Wir probieren aus und evaluieren die Resultate. Anfang Oktober werden wir dann über unsere Erfahrungen berichten und unsere nächsten Schritte bekanntgeben, denn: Nach dem Prototyp ist vor dem Prototyp!