BOE International 2022

In Präsenz geplant

Die BOE 2020 hatte für die BOE 2021 geworben, doch die fiel wegen Corona aus. Die BOE 2022 soll am 19. und 20. Januar in Präsenz auf der Messe Dortmund stattfinden. Foto: Messe Dortmund

Dieses Jahr ist die BOE International der Pandemie zum Opfer gefallen, nächstes Jahr hofft die internationale Fachmesse für Erlebnismarketing auf ein Comeback. Inmitten der vierten Welle und den Winter vor Augen, setzt die Messe Dortmund auf Präsenz und plant auf Hochtouren die Jahresauftaktveranstaltung für die Veranstaltungswirtschaft.

Während in Österreich seit 22. November 2021 ein Lockdown gilt und für Deutschland strengere Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie gelten, plant die Messe Dortmund ihre BOE International 2022 /am 19. und 20. Januar in Präsenz. „Die Vorbereitungen und Planungen für die BOE 2022 laufen auf Hochtouren. Denn die Eventbranche braucht – und drängt auf – die BOE International 2022“, berichtet Marvin Boettcher. Der Projektleiter der internationalen Fachmesse für Erlebnismarketing spürt einen hohen Bedarf bei Fachbesuchern, Ausstellern und Partnern nach Austausch, Networking und Leadgenerierung. „Genau hierfür brauchen wir wieder eine Plattform, die als Präsenzveranstaltung stattfindet“, befindet Boettcher und fügt hinzu: „Die Politik darf für den kommenden Winter und das Jahr 2022 nicht wieder in blinden Aktionismus verfallen. Stattdessen ist jetzt für die Wirtschaft allgemein und für die Event- und Messebranche im Speziellen Weitsicht gefragt.“

„Die Vorbereitungen und Planungen für die BOE 2022 laufen auf Hochtouren. Denn die Eventbranche braucht – und drängt auf – die BOE International 2022.“

Marvin Boettcher, Projektleiter BOE International

Foto: Messe Dortmund

Seit 18. November 2021 greift der neue Bund-Länder-Beschluss. Ein zentraler Punkt ist die länderweite Einführung von 2G- oder 2G-Plus-Modellen. Deren Anwendung richtet sich nach der Hospitalisierungsrate (aufgenommene Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen): Ab einer Hospitalisierungsrate von 3,0 in einem Bundesland gilt die 2G-Regel (Zugang für Genesene und Geimpfte) und ab 6,0 die 2G-Plus-Regel (Zugang für Genesene und Geimpfte mit einem negativen Coronatest). Ab einer Hospitalisierungsrate 9 können die Länder weitergehende Maßnahmen ergreifen wie Kontaktbeschränkungen. Am Tag der Bund-Länder-Konferenz hat die Hospitalisierungsrate in Nordrhein-Westfalen bei 5,7 gelegen und ist seither auf 4,22 gesunken (23. November 2021). Das BOE-Team verfolgt die Entwicklung und wartet auf den Maßnahmenkatalog der Landesregierung mit den Regeln für Messen. Nach jetzigem Stand geht Boettcher für die BOE International 2022 von einem 2G-Konzept aus. Er betont: „Der erfolgreiche Restart 2021 seit September in der Messe Dortmund hat uns gezeigt, dass Messen sichere sowie gut regulier- und steuerbare Marktplätze für Handel und Geschäft sind. Mit einem entsprechenden Hygienekonzept wird ein hohes Sicherheitsniveau gewährleistet.“ Boettcher beruft sich auf eine Auswertung des AUMA – Messeverband der Deutschen Wirtschaft, der zufolge seit dem Neustart vor allem geimpfte Menschen zu den Besuchern von Messen zählten und deren Anteil weit über der Impfquote in Deutschland liege.

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Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe und Veranstalterin der BOE International, über die Erwartungen zur BOE International 2022.

Angesichts der Pandemie ist das BOE-Team mit den Vorverkaufszahlen im November sehr zufrieden, macht aber keine Angaben zu ersten Zahlen oder Schätzungen für Januar. „Denn eines haben uns die letzten 20 Monate gezeigt“, informiert Boettcher. „Tickets werden in der aktuell sehr volatilen Phase viel kurzfristiger gebucht, als das in der Vergangenheit der Fall war.“ In der Vergangenheit, in den Jahren 2019 und 2020, trafen sich zur BOE bis zu 10.900 Fachbesucher in sechs Messehallen und 650 Aussteller aus den Bereichen Event-Veranstaltung und -Ausstattung, Messebau, Catering und MICE.

Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit

„Wir müssen uns auf eine völlig neue Art einstellen, Messen und Events zu konzipieren“, weiß Boettcher. „Einige Module können wir hybridisieren – so entwickeln wir gerade ein neues, spannendes Konzept für die Guided Tours.“ Auch für die Workshops denken die Dortmunder an einen Ansatz, der Online-Besucher teilhaben lässt. Die sieben Foren sollen nicht live übertragen werden. Die Kosten seien zu hoch und zwei Kameraleute pro Forum, Übertragungstechnik und Bandbreite nicht zu stemmen. Schließlich stehen 2022 sieben Foren zur Wissensvermittlung und zum Netzwerken auf dem Programm, darunter die sechs bakannten: Campus Safety & Security, MICE Forum, Digital Forum, Career Hub, Acts On Stage und Culinary Stage. Parallel richtet sich der Weiterbildungskongress „Forum Event – Re*“ am zweiten Messetag an Berufsschüler und Quereinsteiger. Abgehalten wird er vor Ort in der Messe Dortmund und als Live-Podcast mit Chat. Die Referenten betrachten Events unter den Stichworten Re*Start (Neustart), Re*Integration (Wiedereingliederung) und Re*thinking (Neudenken) und damit die vielen Veränderungen in der Eventbranche. Entwickelt haben das Forum Event die Bachelor-Studierenden des Studiengangs Kommunikation & Eventmanagement der IST-Hochschule – und die Themen vorab abgefragt. Herausgekommen sind „Festivals nach Corona“, „Hybride und digitale Events“, „Medienproduktion für Eventmanager“ und „Perspektiven nach der Ausbildung“ und „Nachhaltigkeit“.

Zur BOE International 2022 sind sieben Foren geplant: Campus Safety & Security, MICE Forum, Digital Forum, Career Hub, Acts On Stage und Culinary Stage. Neu ist die Bühne Sustainability Stage. Foto: Messe Dortmund

Neu sind der Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche der BOE International 2022 die entsprechende Bühne: die Sustainability Stage. Am ersten Messetag geht es dort um die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit im nachhaltigen Eventmanagement mit der CSR-Agentur 2bdifferent inklusive Workshops und Guided Tours, am zweiten Tag geht es um die soziale Dimension und damit Diversity, Gender Equality und Inklusion in Kooperation mit den Frauennetzwerken der Eventbranche wie Women in Events, Women in Exhibitions und She Means Community. Das Programm wird Ende November veröffentlicht.

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#roadtoboe: Expertentalk Nachhaltigkeit mit Clemens Arnold von der CSR-Agentur 2bdifferent

Bereits im Oktober haben die Partner BOE und 2bdifferent die Reihe „Sustainable Friday“ gestartet mit Themen wie „Nachhaltigkeit – was bedeutet das eigentlich beim Event?“ und „Sind digitale Events per se nachhaltiger?“. Die Reihe soll Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit schaffen und den Themenschwerpunkt der BOE 2022. Für Projektleiter Boettcher ist klar, dass nachhaltige Strategien für die Eventbranche immer wichtiger werden. „Zwar haben wir in den vergangenen zwei Jahren fast nur über die Pandemie gesprochen oder berichtet – nichtsdestotrotz ist und bleibt das Thema Nachhaltigkeit das wohl wichtigste Thema unserer Zeit für heutige und vor allem für künftige Generationen. Und das in jedem Bereich der Wirtschaft und jedem Teil der Wertschöpfungskette.“

Ganzjährig aktiv

Als Marktplatz für die Branche ist die Messe Dortmund ganzjährig aktiv und gerade in der Pandemie engagiert etwa bei den Initiativen Night of Light oder #AlarmstufeRot zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft. Zur Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft am 28. Oktober 2021 in der Station Berlin ist die Messe Dortmund als Hauptsponsorin aufgetreten. Nicht nur, dass sich Hauptgeschäftsführerin Sabine Loos auf den Weg in die Hauptstadt gemacht hat, Akteure wie Kerstin Meisner, Christian Eichenberger, Alex Ostermaier und Christian Seidenstücker haben auf ihrem Weg nach Berlin einen Zwischenhalt in der Messe Dortmund eingelegt und in der Talkshow „Around the world“ über die Notwendigkeit und Ziele der Bundeskonferenz geredet. Das Format „‚Around the World' – An International Talkshow on the Road2BOE“, eine Kooperation der BOE mit Nextlive.TV, hat in 20 Folgen Vertreter aus den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Zielmärkten der Veranstaltungswirtschaft zu Gast gehabt.

‚Around the World' – An International Talkshow on the Road2BOE“

Im Rahmen ihrer internationalen Talkshow ‚Around the World' – An International Talkshow on the Road2BOE“ haben die BOE International und Nextlive.TV in 20 Folgen mit Vertretern von Marken und Unternehmen aus den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und Zielmärkten der Veranstaltungswirtschaft gesprochen. Unter den Gästen sind:

  • Skoda – Rolf Schumann, Head of Global Marketing Communication
  • Hunkemöller – Evelyn Post, Global Internal Communication Manager
  • Cisco – Gerd De Bruycker, Marketing Director EMEA
  • Grohe – Björn Hamacher, Brand & Activation Leader, LIXIL
  • IBM – Daniel Unkelhäußer, CDO DACH
  • Bayer – Ulrike Tondorf, Head of Brand Activation & Engagement
  • Siemens – Robert Sarcevic, Vice President Communication Services
  • Opel - Aimée van de Wijngaart, Brand Activation Manager Stellantis
  • Capgemini – Mirre van Tilburg, Head of Events, Capgemini University
  • LEGO – Andrea Fafliková, Head of PR, Communications & Events
„Das Veranstaltungsverbot war für die Automobil-Industrie ein Desaster, denn die Haptik eines Autos, die multisensorische Wahrnehmung wie zum Beispiel durch das Riechen des Leders oder etwa die Experience bei einer Testfahrt kannst du digital nicht abbilden.“

Rolf Schumann – Head of Global Marketing Communication Skoda, in der Talkshow „‚Around the World' on the Road2BOE"

Neben der Kampagne „RoadToBOE“ ist im Juni die BOE-Portalseite live gegangen. Sie führt zur Messewebsite der BOE International und der digitalen Plattform „BOE-Connect“. Dort präsentieren sich unter „Business“ Unternehmen aus den Bereichen Event, Catering oder MICE. Besucher können nach Ausstellern suchen und finden Informationen zu Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen, Kontakte und Möglichkeiten zum Networking. Beispiele sind die Arena Berlin, Broich Catering, Best Western Hotel Group und Satis&Fy. Im Bereich „Knowledge“ bietet die BOE Vorträge und Beiträge zum Thema Erlebnis-Marketing sowie eine Mediathek mit Interviews und eben die Talkshow-Reihe „Around the world“.

Starke Partnerschaften

Zu den bewährten Partnerschaften wie mit der dfv Mediengruppe und ihren Marken tw tagungswirtschaft und tp tagungsplaner.de setzt die BOE 2022 auf neue Partner wie den Bundesverband Industrie Kommunikation (bvik). Der bvik eint Marketing-Verantwortliche der Industrie und Professionals der B2B-Kommunikationsbranche und lädt seine Mitglieder als exklusiver B2B-Partner nach Dortmund zum Austausch in die bvik-Lounge in Halle 4 ein. Gemeinsam wollen die Kooperationspartner die Entscheider für Kommunikation und Marketing mit den Anbietern der Eventbranche zusammenbringen, damit neue Geschäftsbeziehungen und -ideen entstehen. Neben der Lounge wird sich der bvik inhaltlich einbringen. In Planung sind ein Panel zum Thema „Live-Kommunikation der Zukunft“, die Präsentation eines B2B-Best-Cases sowie geführte Messe-Rundgänge.

Beliebter Treffpunkt auf der BOE 2020 für Veranstaltungsplaner: der Stand des Verbandes der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO). Foto: Messe Dortmund

Bereits im August hat die neue Kooperation zwischen der BOE und dem Netzwerk Meet Germany begonnen. Im August haben die Dortmunder den Meet Germany Summit in Berlin begleitet und im November in Frankfurt. „In den Themenfeldern MICE- und Business-Travel haben wir die internationale Fachmesse für Erlebnismarketing in den vergangenen Jahren kontinuierlich und mit sehr großen Schritten weiterentwickelt. Auf diesem Weg ist Meet Germany für uns genau der richtige, leistungsfähige Kooperationspartner“, begründet Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Unternehmensgruppe, den Schritt. In den letzten Jahren hat die BOE in das MICE-Business investiert und 2020 die Fachmesse für MICE- und Business-Travel, den mbt meetingplace, integriert. Loos: „Die Protagonisten der Eventbranche werden von dieser neuen starken Partnerschaft zwischen der BOE und dem MICE- und Business-Travel-Netzwerk profitieren und wertvolle neue Kontakte knüpfen können – einerseits bei den Meet Germany Events und auf der BOE 2022.“

Starke Partnerschaften, Vertrauen und enger Austausch

Sabine Loos denkt über die Transfor­mation in der Veranstaltungs­wirtschaft nach

Eine disruptive Krise, wie sie die Veranstaltungswirtschaft mit der Corona-Pandemie erlebt hat, wirft unweigerlich die Frage nach der Transformation auf. Unbestritten ist, dass wir einen fundamentalen Wandel bei Messeformaten und Veranstaltungen in der Branche beobachten, gleichzeitig aber auch mitgestalten können. So hatten wir in den vergangenen Monaten vielfach die Möglichkeit, an virtuellen und onlinebasierten Veranstaltungsformaten teilzunehmen. Gerade für die Branche der Live-Kommunikation ist dies natürlich eine besondere Herausforderung, die Themenfelder und Möglichkeiten online darzustellen.

Eine Vision der Zukunft lässt sich aktuell sicherlich am besten unter dem Begriff „Hybride Präsenz“ zusammenfassen, welche in den Planungen seitens der Messe Dortmund aktiv vorangetrieben wird. Im Mittelpunkt unserer Konzeptionierung steht hier das physische Messe-Erlebnis, welches künftig um clevere und nutzerorientierte Features ergänzt wird.

Für eine grundlegende Veränderung reicht jedoch der Blick in die Zukunft allein nicht aus. Hier hat uns die Krise einmal mehr gezeigt, dass viele Dinge erst möglich sind, wenn man sie gemeinsam anpackt, in internen Prozessen – gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen – abbildet und schließlich mit kreativen Ansätzen mutig vorantreibt und umsetzt. Heißt gleichzeitig aber auch: Starke Partnerschaften, Vertrauen und enger Austausch sind und bleiben unverzichtbare Bestandteile der Transformation, um Veranstaltungsformate und Messen auch in Zukunft an die Bedürfnisse verschiedenster Branchen mitsamt ihren Ausstellern und Besuchern anzupassen und weiterzuentwickeln.

Fortgesetzt wird die Partnerschaft mit dem Fachverband fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft (zuvor Famab), dem Studieninstitut für Kommunikation und dem BlachReport. Das gemeinsame International Festival of Brand Experience (BrandEx) geht am 19. Januar 2022 über die Bühne der Messe Dortmund. Das Motto „Der Neustart“ gibt das Thema für die BrandEx Awards vor. Der Kreativ-Wettbewerb zeichnet erfolgreiche Live-Kommunikation und Markenerlebnisse aus. Erstmalig können auch Projekte eingereicht werden, die aufgrund der Pandemie kurzfristig abgesagt werden mussten. Die 20 Kategorien verteilen sich auf die Hauptsegmente „Event“, „Architecture“ und „Fresh“. Im „Event“-Segment werden die Kategorien „Best Brand Activation“, „Best Live PR“, „Best Motivation/Employee Event“, „Best Corporate Event“, „Best Conference“, „Best Digital“, „Best Execution“ und „Best Formats“ ausgelobt und die neue Kategorie „Best Cancelled Project“. Gerade in Krisenzeiten bedarf es der BOE International als Auftaktveranstaltung der Eventbranche, meinen nicht nur Sabine Loos und Marvin Boettcher. Über die Jahre hat sich die BOE International als Treffpunkt für die Veranstaltungswirtschaft etabliert. Boettcher: „Hier kommen die nationale und internationale Event-Industrie gleich zum Jahresauftakt zusammen, sodass die Branche über Projekte und Budgets sprechen kann. Der Januar ist dafür absolut ausschlaggebend.“

Kerstin Wünsch

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