Kolumne Tanja Knecht

Vom Mut, sich zu verbinden

Foto: Peer Kolberg

Foto: Peer Kolberg

Wer ist Tanja Knecht?

Es passieren Dinge in der Welt, die erschüttern. Dinge, die Angst machen, die sprachlos lassen. Das lässt sich nicht wegschieben, und das will ich auch nicht. Ich merke nur: Wenn ich mich zu sehr darin verliere, verliere ich auch mich selbst ein Stück. Und deshalb frage ich mich immer öfter – leise, ohne fertige Antwort: Was liegt eigentlich in meiner Hand? Was kann ich gestalten, ohne die Augen zu verschließen? Ohne verkrampften Optimismus, aber dennoch aus dem Wunsch nach einer positiven Zukunft, die wir mitgestalten können. Für mich beginnt genau hier etwas wie Freiheit. Nicht im Ignorieren, sondern im bewussten Zurückkommen ins eigene Umfeld. Zu den Menschen, mit denen ich arbeite. Zu Gesprächen, die Tiefe haben dürfen. Zu Räumen, in denen man nicht funktionieren muss, sondern einfach da sein darf. Vielleicht ist es auch der Jahresanfang, der diese Gedanken verstärkt. Dieses Bedürfnis, sich rückzubesinnen. Auf Werte. Auf das, was uns nährt und erdet. Auf Verbindungen, die sich echt anfühlen. Ich spüre gerade sehr deutlich, wie wichtig mir Begegnungen sind, die echt sind. Ohne „Sales-Druck“. Bei denen man auch manchmal nicht sofort weiß, wohin sie führen – die aber trotzdem stimmig sind. Und manchmal frage ich mich, ob Mut heute nicht genau das ist: sich zu verbinden. Ehrlich. Offen. Ohne Rolle.

„Vielleicht geht es gerade gar nicht darum, mutiger zu sein im großen Sinne.“

Tanja Knecht

In unserer Branche erlebe ich seit einiger Zeit etwas, das mich hoffnungsvoll macht. Eine leise Bewegung hin zu mehr Authentizität. Zu mehr Menschlichkeit, auch im beruflichen Kontext. Selbst dort, wo es ums Verkaufen geht. Vielleicht sogar gerade dort. Es ist ein Unterschied, ob ich etwas verkaufe oder ob ich in Beziehung gehe. Ob ich überzeugen will oder ob ich verstehen möchte. Und ich glaube, viele von uns spüren gerade, dass letzteres nachhaltiger ist – für beide Seiten. Vielleicht geht es gerade gar nicht darum, mutiger zu sein im großen Sinne. Sondern um einen anderen Mut. Den Mut, näher zu kommen. Den Mut, menschlich zu bleiben – auch im beruflichen Kontext.

Begegnung, Dialog und neue Perspektiven: Das Impact Creators Panel in der Impact Zone der IMEX Frankfurt bringt Branchenexpertinnen zum offenen Austausch zusammen. Foto: Anke Kristina Schäfer

Und genau aus diesem Gedanken heraus habe ich unser diesjähriges Weiterbildungsprogramm an der Impact ZONE auf der IMEX Frankfurt 2026 gestaltet. Die Idee: einen Raum zu schaffen, in dem Menschen bewusst miteinander in Kontakt kommen, experimentieren, lernen und gemeinsam in den Dialog treten können. Ein psychologisch sicherer Raum, der inspiriert, verbindet, Brücken baut – zwischen Generationen, Buyer und Seller, Kulturen und Religionen.

Impact ZONE by MICE Impact

Die Impact ZONE by MICE Impact in Halle 9 auf der IMEX Frankfurt 2026 ist ein offener Treffpunkt für Austausch, Inspiration und gemeinsames Lernen innerhalb der MICE-Branche. Eventplaner:innen, Destinationen, Supplier, Medien und Start-ups kommen hier zusammen, um aktuelle Themen und zukünftige Entwicklungen der Branche zu diskutieren. Das Programm umfasst interaktive Keynotes, Workshops, Panels und Co-Creation Sessions, die ohne vorherige Anmeldung besucht werden können. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Nachhaltigkeit, Leadership, Innovation sowie Future Skills. Die Impact ZONE verbindet Wissensvermittlung mit Networking und ermöglicht direkten Austausch zwischen erfahrenen Branchenexpert:innen und Eventplaner:innen, insbesondere aus dem D-A-CH-Raum. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf zwei Thementagen: Beim Impact Tuesday stehen nachhaltige Transformation, verantwortungsvolles Handeln und der langfristige Impact von Veranstaltungen im Fokus. Der People & Culture Wednesday widmet sich Fragen rund um Leadership, Zusammenarbeit, persönliche Entwicklung und die Rolle von Menschen und Kultur in der zukünftigen Entwicklung der MICE-Branche.

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Deshalb widmen wir dem Menschen gleich einen ganzen Thementag: den neuen People & Culture Wednesday. An diesem Tag geht es um Leadership, Future Skills, Innovation, Vertrauen und Haltung – und darum, wie wir uns selbst als Menschen und Event-Profis weiterentwickeln können und dies auch in unseren Veranstaltungen spür- und sichtbar wird. Am People & Culture Wednesday geht es also um Unternehmenskultur, Nachwuchsarbeit und darum, wie wir unsere Branche für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen. Im People & Culture Panel wollen wir aus verschiedenen Perspektiven über die neuen Rahmenbedingungen in Zeiten der KI und Unsicherheiten, aber auch über die sich daraus ergebenden Chancen sprechen und gemeinsam nach vorne blicken. Genau darum geht es auch in unserer Keynote „Thriving in Change: Warum die Eventbranche ein Growth Mindset braucht“. Besonders freut mich, dass dafür wir mit Vaya Wieser-Weber eine Speakerin gewinnen konnten, die über Growth Mindset und emotionale Intelligenz spricht. Denn ich glaube, dass gerade jetzt Zuversicht eine der wichtigsten Fähigkeiten ist und emotionale Intelligenz eine zentrale Rolle einnimmt, um als Individuum und als Branche wirksam zu sein. Im Interview mit Vaya könnt ihr lesen, warum sie diesem Thema ihre Leidenschaft und Energie widmet. Ihr Impuls zeigt eindrucksvoll, wie stark unsere innere Haltung die Art prägt, wie wir miteinander umgehen, gestalten und lernen.

Zum Interview mit Vaya Wieser-Weber

Am Impact Tuesday gestalten wir ko-kreativ „Impact in allen Facetten“. Hier geht es nicht um perfekt vorbereitete Ergebnisse, sondern darum, Ideen gemeinsam zu entwickeln, sich gegenseitig zu inspirieren und mit Freude am Tun zu lernen. Die Sessions laden ein, zu experimentieren, zu reflektieren und sich auf Augenhöhe auszutauschen. Es ist ein lebendiger Raum, in dem Menschen spüren können, wie viel Energie entsteht, wenn wir zusammenwirken und Verantwortung übernehmen – ohne dass alles vorher planbar sein muss. Die Impact ZONE selbst ist der Ort, an dem all das zusammenkommt: Eventplaner:innen, Supplier, Start-ups, Medienvertreter:innen – alle zusammen, offen, inspirierend, lebendig. Drei Tage voller Austausch, Co-Creation, Lernen und gemeinsamer Energie. Ohne Anmeldung, ohne Hürden, mit jedem Herzschlag spürbar, dass hier die Zukunft der Branche aktiv gestaltet wird.

Foto: IMEX Group

Bei der Kuratierung der Impact ZONE ist mir in diesem Jahr so klar wie nie geworden: Es geht um die Menschen. Um Begegnungen, die echt sind. Um Räume, die sicher genug sind, dass Vertrauen wachsen kann – und frei genug, dass Kreativität und Wirksamkeit entstehen. Um eine Branche, die sich gegenseitig inspiriert, unterstützt und gemeinsam die Zukunft prägt. Unsere Branche bietet dafür wunderbare Möglichkeiten. Begegnungsräume, in denen man sich öffnen darf. Formate, die nicht nur informieren, sondern berühren. Räume, die psychologisch sicher sind, ohne beliebig zu sein. Räume, in denen Menschen sich über das verbinden, was ihnen wirklich wichtig ist – über Werte, Haltung und das, was sie gemeinsam gestalten und bewegen wollen. In denen Vertrauen entstehen kann, weil Echtheit erlaubt ist – und Wirksamkeit, weil man nicht allein bleibt. Ich habe das Gefühl, wir sind auf einem guten Weg. Kein lauter, kein stets perfekter. Aber ein echter. Einer, der Raum lässt für Entwicklung, für Lernen, für Transformation. Und der uns erlaubt, gemeinsam wirksam zu sein. Die gute Botschaft: Mut heißt verbinden – und genau das tun wir. Darauf freue ich mich: auf neue Formate, neue Gespräche, neue Begegnungen. Auf den Impact, den wir zusammen gestalten. Auf die Menschen, die wir inspirieren und die uns inspirieren. Und auf alles, was entsteht, wenn Menschen sich wirklich begegnen – mutig, verbunden und menschlich. Wir sehen uns!

Eure Tanja

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