Nachhaltigkeit

Klima der Transformation

Wegen Corona kann Fridays for Future monatelang nicht auf die Straße gehen, doch aufhalten lässt sich die Bewegung nicht mehr. Unter dem Motto #Aufbruchsklima protestieren 100 Tage vor der Bundestagswahl Klimaaktivisten in über 30 Städten für Sozial- und Klimagerechtigkeit. Foto: Fridays for Future Deutschland

Die EU will bis 2050 klimaneutral werden, Deutschland bis 2045. Ob Green Deal oder neues Klimaschutzgesetz: Unternehmen wie Organisationen brauchen jetzt eine Nachhaltigkeitsstrategie. Diese wird Folgen für Veranstaltungen haben und ein nachhaltiges Eventmanagement erfordern.

So allgegenwärtig Greta Thunberg und ihre Bewegung Fridays for Future vor der Pandemie in den Straßen, in den Nachrichten und auf den Titelseiten gewesen sind, so wenig sind sie seither zu sehen. „Sobald Corona durch die Tür kam, war die Klimakrise weg vom Fenster“, meint die Klimaaktivistin auf der digitalen Konferenz „Europe 2021“. Sie räumt ein, dass es für Regierungen schwierig sei, sich auf zwei Krisen gleichzeitig zu konzentrieren. Doch wenn man die Klimakrise wirklich bekämpfen wolle, so ihre Mitstreiterin Luisa Neubauer, brauche es transformierende Veränderungen. Interessant ist, dass die beiden Klimaaktivistinnen auf einer neuen Konferenz sprechen: Zum ersten Mal hatten Der Tagesspiegel, Die Zeit, das Handelsblatt und die WirtschaftsWoche zu einem gemeinsamen Jahresauftakt eingeladen. Bei „Europe 2021“ geht es um Deutschlands Rolle in Europa im Jahr der Bundestagswahl, es geht um die dringenden Aufgaben wie den Klimaschutz.

Trotz Corona halten 65 Prozent der Deutschen den Umwelt- und Klimaschutz für ein sehr wichtiges Thema. Besonders der Klimaschutz bleibt während der Pandemie für 70 Prozent weiterhin genauso wichtig, für 16 Prozent ist er sogar wichtiger geworden. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Umweltbewusstsein 2020 in Deutschland, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), im April vorstellten.

Umweltbewusstsein 2020 in Deutschland

  • 65 Prozent der Deutschen halten Umwelt- und Klimaschutz für ein sehr wichtiges Thema.
  • Während der Corona-Pandemie ist der Klimaschutz für 70 Prozent der Befragten weiterhin genauso wichtig, für 16 Prozent sogar wichtiger geworden.
  • Klimaschutz solle in anderen Bereichen mehr Gewicht bekommen, fordern 70 Prozent für den Bereich Energie, 59 Prozent für die Landwirtschaft, 57 Prozent für die Stadtentwicklung, 51 Prozent für den Verkehr.
  • Über 90 Prozent der Befragten sprechen sich für einen zügigen, aber auch sozialverträglichen Strukturwandel in Richtung (ökologischer) Nachhaltigkeit aus.
  • 83 Prozent der Deutschen finden, dass Industriestaaten wie Deutschland international in der Pflicht sind, mit dem Klimaschutz voranzugehen.
  • 80 Prozent finden, dass Klimaschutz Arbeitsplätze schafft und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

Repräsentativerhebung bei etwa 2.000 Befragten, Quelle: Bundesministerium für Umwelt

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#simplysustainable

Nachhaltige Konzepte in der MICE Metropole München

Der Landeshauptstadt München liegt das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Die Partnerinnen und Partner der MICE Metropole haben sich ambitionierte Ziele gesteckt, den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.

Transformation gefragt

Spätestens seit dem letzten Jahr ist den meisten Menschen klar, dass sich die Welt in einem tiefgreifenden Wandel befindet – und das in nahezu allen denkbaren Bereichen. Die wesentlichen Transformationsbereiche für die Erreichung der Ziele der Agenda 2030 in Deutschland hat erstmals die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie beschrieben: (1) Energiewende und Klimaschutz, (2) Kreislaufwirtschaft, (3) Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende, (4) Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme, (5) Schadstofffreie Umwelt sowie (6) Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit. Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wird die Bundesregierung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) unterstützt, dem Dr. Werner Schnappauf, Rechtsanwalt, Staatsminister a.D. und Hauptgeschäftsführer BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie a.D. vorsitzt. Das 15-köpfige Gremium befasst sich auch mit der Frage, wie Bürgerinnen und Bürger ihren Beitrag zur Transformation leisten können, und sucht den gesellschaftlichen Dialog.

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So plant der Rat für Nachhaltige Entwicklung seine Jahreskonferenz

Die letzte Präsenzveranstaltung war die Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) 2019. Die Online-Konferenz 2020 fand pandemiebedingt rein virtuell statt, ebenso wie die Jahreskonferenz 2021. Nachfolgend sind alle Maßnahmen aufgeführt, die bei der Durchführung von Veranstaltungen des Rates im Rahmen des nachhaltigen Veranstaltungsmanagements bereits in der Planung bedacht werden.

In den Dialog gehen die Bundesregierung und ihr Rat auf der Jahreskonferenz, die für jeden offen ist. Die letzte Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 8. Juni 2021 widmete sich der Weichenstellung für die in dieser Dekade anstehende Transformation mit dem Schwerpunkt: Wie werden Deutschland und Europa sozial gerecht und wirtschaftlich effizient klimaneutral? Wie im Vorjahr fand die Jahreskonferenz wegen der Pandemie digital statt. Was die Organisation seiner Jahreskonferenzen und alle weiteren Veranstaltungen angeht, plant und realisiert der Rat für Nachhaltige Entwicklung nach den Kriterien eines nachhaltigen Veranstaltungsmanagements und berücksichtigt dabei u.a. den Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Leitfaden und Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen von UBA und BMU

Die aktuelle Auflage des "Leitfadens für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen" vom August 2020 enthält Empfehlungen und praktische Hinweise zu den wichtigsten Handlungsfeldern bei der Vorbereitung von Veranstaltungen. Der Leitfaden soll als Arbeitshilfe für die umweltgerechte und sozialverträgliche Vorbereitung und Durchführung solcher Veranstaltungen dienen. Den Leitfaden ergänzen die „Handlungsfelder der Veranstaltungsorganisation – Checklisten für die Praxis“.

Wie wichtig es ist, dass jede und jeder – ob Bürgerinnen und Bürger, ihre politischen Vertreter oder Verantwortlichen in Unternehmen und Organisationen – ins Tun kommen, verdeutlicht der Emissions Gap Report 2020 des United Nations Environment Program (UNEP). Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Welt trotz eines kurzen Rückgangs der Kohlendioxidemissionen durch die COVID-19-Pandemie auf einen Temperaturanstieg von mehr als 3°C in diesem Jahrhundert zusteuert und damit weit über die Ziele des Pariser Abkommens hinaus, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und 1,5°C anzustreben. Eine kohlenstoffarme Pandemieerholung könnte 25 Prozent der für 2030 erwarteten Treibhausgasemissionen einsparen und die Welt nahe an den 2°C-Pfad bringen. Der Bericht betrachtet das Potenzial der Sektoren Lebensstil, Luftfahrt und Schifffahrt, die Lücke zu schließen, und gibt Empfehlungen – z.B. Unterstützung der Null-Emissions-Technologie, Abbau der Subventionen für fossile Brennstoffe, keine neuen Kohlekraftwerke, Wiederherstellung von Landschaften und Aufforstungen.

Is climate change getting better? Emissions Gap Report 2020

Despite a dip in greenhouse gas emissions from the COVID-19 economic slowdown, the world is still heading for a catastrophic temperature rise above 3°C this century – far beyond the goals of the Paris Agreement. But UNEP's Emissions Gap points to hope in a green pandemic recovery and growing commitments to net-zero emissions. Can we catch up on climate action?

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Das Thema Klimaneutralität und Klimaziele ruft immer mehr Player auf den Plan. „Gemeinsam für das 1,5-Grad-Klimaziel“ tritt etwa der Deutsche Ingenieurtag 2021 an. „Dieses Thema entscheidet darüber, ob die nächsten Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden können. Dieses Thema geht uns alle an“, eröffnet Ralph Appel, Direktor des VDI - Verein Deutscher Ingenieure e.V., den digitalen Jahrestag „1,5 Grad – Innovationen.Energie.Klima.“, zu dem sich 6.000 Ingenieure zuschalten. Ein Höhepunkt ist der Deal, den VDI-Präsident Dr. Volker Kefer und Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, schließen: „Wir geben als Politik die Ziele vor, die Ingenieure schlagen die besten Optionen vor und setzen dann um“, so Habeck. Drei Ziele seien ihm wichtig: Die Verkehrsinfrastruktur müsse neu gedacht werden, im Maschinenbau, in Umwelttechnik und Chemie müsse Deutschland klar die Spitze werden und es brauche eine Art Anpackmentalität. Kefer schaltet sich per virtuellem Handschlag ein und sagt: „Machen ist wie Wollen, nur krasser. Lassen Sie uns krass sein.“

Podiumsdiskussion auf dem Deutschen Ingenieurtag 2021 mit Donya Amer. Die Transformatorin bei Bosch spürt in Unternehmen immer mehr die Veränderungsbereitschaft zu mehr Nachhaltigkeit. Allerdings müsse sich diese immer noch wirtschaftlich abbilden lassen.

Einer, der macht, ist Nico Rosberg. Der Formel-1-Fahrer vollzieht eine krasse Wandlung: vom Formel-1-Fahrer zum Investor für grüne Technologien und Co-Founder des Greentech Festivals. Zum Motto „Celebrate Change“ bot es vom 16. bis 18. Juni 2021 in Berlin nachhaltigen Erfindungen eine Bühne. 2,5 Millionen Zuschauer verfolgen das Festival aus Conference, Exhibition, Green Carpet und Green Awards weltweit im Livestream. Vor Ort sind 3.000 Besucher, 100 Aussteller sowie 150 Speaker, darunter Dr. Sigrid Evelyn Nikutta. Die Vorstandsvorsitzende der DB Cargo AG läuft über den Green Carpet und lässt ihre Follower auf LinkedIn wissen: „Das Greentech Festival feiert Nachhaltigkeit. Und ich trage heute Nachhaltigkeit mit Stolz: Mein Abendkleid ist aus ehemaliger Deutsche-Bahn-Unternehmensbekleidung geschneidert.“

Greentech Festival Conference, GTF 2021

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Nicht nur die Deutsche Bahn unterstützt das Greentech Festival: Audi und Salesforce sind Founding-Partner, Google, Facebook, Telekom und Ströer Premiumpartner. „Facebook wants to be an actor of change by informing, educating and inspiring our business partners and users in the field of sustainability“, erklärt Marie-Eve Schröder, EMEA Sustainability Lead bei Facebook. Sie ergänzt: „What we found: 580m users are interested in sustainability topics on our platform: There is still room to grow, so join the conversation! We all can make a difference, but we can make a difference much faster if we do it together!“ Während Schröder zur Conference spricht, präsentieren auf der Exhibition 100 Aussteller ihre Innovationen wie EnBW, dessen Hyper-Netz E-Autofahrern Zugang zu mehr als 150.000 Ladepunkten in Europa ermöglicht und dabei 100 Prozent Ökostrom garantiert.

„What we found: 580m users are interested in sustainability topics on our platform: There is still room to grow, so join the conversation!“

Marie-Eve Schröder, EMEA Sustainability Lead at Facebook

Nach Berlin geht das Greentech Festival 2021 erstmals nach New York City und London. In New York findet es im Anschluss an die Climate Week Ende September statt, in London zur UN-Klimakonferenz in Glasgow im November. „Die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft ist die größte Aufgabe unserer Zeit. Dieser Idee können wir nur gerecht werden, wenn wir über die Grenzen hinausschauen und eine globale Zusammenarbeit ermöglichen. New York City und London sind zwei Weltmetropolen, die schon immer Orte des Wandels waren. Sie sind die treibende Kraft im Kampf gegen den Klimawandel“, so Nico Rosberg.

EU will bis 2050 klimaneutral sein, Deutschland bis 2045

Nur wenn möglichst viele Staaten, Unternehmen und Menschen mitmachen, wird es gelingen, den weltweiten Temperaturanstieg rechtzeitig zu begrenzen – auf einen Anstieg möglichst unter 1,5 Grad. Europa geht voran und will bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Dazu hat die Europäische Union unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den „Green Deal“ beschlossen und damit den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft, die bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt und ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppelt. 1,8 Billionen Euro fließen in den Green Deal, der die 27 EU-Länder aus der Coronakrise führen soll. Dazu wird die EU-Kommission am 14. Juli 2021 das Gesetzespaket „Fit for 55“ vorlegen (55 steht für 55 Prozent Nettoreduktionsziel des Klimazielplans bis 2030).

Die Europäische Union ist nach China und den Vereinigten Staaten der drittgrößte Treibhausgasemittent, gefolgt von Indien und Russland. 2018 emittierte die EU-27 rund 3.764 Millionen Tonnen Treibhausgase in Kohlendioxid (CO2). Deutschland, Frankreich, Italien und Polen verursachten zusammen etwa 57 Prozent davon, Deutschland allein 23 Prozent.

Das neue Klimaschutzgesetz in Deutschland

Die Bundesregierung hat mit dem neuen Klimaschutzgesetz am 24. Juni 2021 die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bild: Bundesregierung

Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes hat die Bundesregierung am 24. Juni 2021 die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bis 2030 will sie die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 senken, bis 2040 um 88 Prozent. „Das ist ein wichtiger Baustein. Ein wichtiger Rahmen. Bisher haben wir keinen fairen Markt für Klimaschutz. Nun müssen die CO2-Preise weiter anziehen, damit die Klimaziele erreicht werden“, sagt Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft. „Damit alle Unternehmen mitmachen können, müssen sich Investitionen in Energie- und Ressourceneffizienz, in erneuerbare Wärme- und Mobilitätskonzepte ja auch rechnen – was beim aktuell niedrigen CO2-Preisniveau leider noch nicht der Fall ist. Hier muss Klimaschutz noch viel deutlicher ein positiver Wettbewerbsfaktor werden.“ Schon vor dem Klimaschutzgesetz hat ihr Bundesverband einen starken Zuwachs in der Wertigkeit von Nachhaltigkeit festgestellt. Reuter: „Spätestens seit der Fridays-for-Future-Bewegung ist Nachhaltigkeit kein hübsches Add-on mehr, ist Klimaschutz nicht mehr „nice to have“ – sondern mitten in der Aufmerksamkeit der Wirtschaft angekommen. Und genau deshalb steht es auch bei Veranstaltungen und Messen immer mehr im Fokus.“

„Für die Rettung der Veranstaltungswirtschaft müssen wir Konjunkturmaßnahmen klug mit Klimaschutz verknüpfen. Die Branche steht vor der Herausforderung, sich zukunftsfähig aufzustellen.“

Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft

Katharina Reuter hat mit Doreen Biskup, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO), und Stefan Lohmann, Live Entertainment Konzepte und Gründer Sustainable Event Solutions, zur Förderung einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft aufgerufen. Der Aufruf richtet sich an die Politik und die öffentliche Hand. „Die Politik soll ihr Versprechen einhalten und die Eventbranche mit nachhaltigen Konjunkturpaketen unterstützen“, sagt Lohmann. Damit sollten neue Veranstaltungsformate, Fortbildung und Forschung für neue Produkte und Services vorangetrieben werden. Lohmann ist Partner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises sowie Gründer von Sustainable Event Solutions, einer Plattform für Lösungen und Lieferanten für klimaneutrale und nachhaltige Veranstaltungen. Bisher sind 300 Anbieter gelistet, die nach einer Selbstauskunft hochgeladen werden. Lohmann kontrolliert die Angaben und klärt Fragen im Gespräch. Überzeugt haben ihn Agenturen wie Upstairs, FischerAppelt und die Beeftea Group und Technikfirmen wie Satis&Fy und Maurer Events.

Aufruf zur Förderung einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft

In ihrem Aufruf fordern die Initiatoren Stefan Lohmann, Live Entertainment Konzepte und Gründer Sustainable Event Solutions, Doreen Biskup, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO), Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft, Fritz Lietsch, Verleger, Chefredakteur forum Nachhaltig Wirtschaften, und Marcus Stadler, Experte für Nachhaltigkeitsmanagement DIN, ISO und EMAS, ein Konjunkturprogramm zur Förderung einer nachhaltigen Veranstaltungswirtschaft.

„Ich halte es für das wichtigste Thema überhaupt, unsere Branche zukunftsfähig zu machen!“, betont Lohmann. Für ihn heißt die Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes: „Jede Firma braucht eine Nachhaltigkeitsstrategie, um bis 2030 65 Prozent CO2 einzusparen und bis 2045 klimaneutral zu sein.“ Firmen würden immer mehr Nachhaltigkeitsnachweise ihrer Lieferanten verlangen. „Die Unternehmen setzen alle auf Umweltmanagementsysteme – es wird nicht lange dauern, bis das in den Eventabteilungen ankommt“, so Lohmann. „Die EU-Rahmenrichtlinien sowie die Gesetze und Verordnungen der Bundesregierung belegen es eindeutig: Die Gesamtwirtschaft muss klimaneutral werden in einem klimaneutralen Europa. Und das gilt natürlich auch für die Veranstaltungswirtschaft.“ Er ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit die „Retterin der Eventbranche“ ist, weshalb er sich für die Transformation der Veranstaltungswirtschaft einsetzt. Das macht er, indem er seine Stimme erhebt und als Speaker in Panels wie #Alarmstufegrün im Buzzhub der IMEX Group spricht oder als ein Mitautor für das neue „Handbuch Nachhaltigkeit in der Eventbranche – Konzepte und Beispiele für Veranstaltungen mit ökologischer, ökonomischer und sozialer Ausrichtung“ schreibt, das für September im Wissenschaftsverlag Springer Gabler geplant ist.

Green Meetings: Sind nachhaltige und CO2-freie Events eine Utopie? Ein Konzern zeigt auf, wie es funktioniert!

Ein Trend Talk der Beeftea Group

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Ein Best Practice für eine nachhaltige Veranstaltung ist die Jahresauftakt-Veranstaltung Coca-Cola European Partners. Um diese ging es im Trend Talk „Green Meetings: Sind nachhaltige und CO2-freie Events eine Utopie? Ein Konzern zeigt auf, wie es funktioniert!“ der Beeftea Group. Der Coca-Cola-Konzern veröffentlicht seit 2012 einen Nachhaltigkeitsbericht und verordnet sich das Ziel, bis 2040 den Netto-Nullpunkt zu erreichen und die Treibhausgas-Emissionen seiner Wertschöpfungskette bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2019 zu reduzieren. „Konzern und Nachhaltigkeit passen gut zusammen“, befindet Jörn Eßlinger. Der Head of Commercial Activations, Partnerships & Asset Management bei Coca-Cola European Partners erzählt, wie er mit Christoph von Below, Head of Sustainability der Beeftea Group, erstmals seine Jahresauftakt-Veranstaltung mit mehr als 1.600 Personen klimaneutral umsetzte.

„2022 haben wir vor, nur noch klimaneutrale Events zu machen. Wenn Corona etwas Gutes hatte, dann, dass wir die Zeit genutzt haben, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben.“

Jörn Eßlinger, Head of Commercial Activations, Partnerships & Asset Management bei Coca-Cola European Partners

„Es ist kein einfaches Ziel“, resümiert er, denn es mussten alle Geschäftsprozesse und Partner eingebunden werden. Eßlinger hat gelernt, „viel viel mehr Verantwortung zu übernehmen“, und dass Nachhaltigkeit eine große Chance ist, nicht nur Gutes zu tun, sondern um sich weiterzuentwickeln. „Wir haben eine Vorreiterrolle, die wollen wir erbringen“, kündigt Eßlinger an. Dabei redet er nicht über die nächsten fünf Jahre, sondern das nächste Jahr: „2022 haben wir vor, nur noch klimaneutrale Events zu machen. Wenn Corona etwas Gutes hatte, dann, dass wir die Zeit genutzt haben, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben.“

Kerstin Wünsch

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