Fachkräftemangel

Bewirb dich!

Die Deutsche Hospitality startet ein Pilotprojekt: Jobsuchende können sich in zwei Minuten via Sprachnachricht bewerben. Foto: Talk'n'Job

Der Fachkräftemangel war vor der Pandemie in der Eventbranche und im Gastgewerbe ein Thema und ist jetzt das Thema. Branche und Betriebe gehen neue Wege: suchen Bewerber per Sprachnachricht oder über die sozialen Medien, versprechen angemessene Bezahlung und moderne Arbeitszeitmodelle.

Wer sich in einem der 160 Hotels der Deutschen Hospitality bewerben will, kann das künftig vielleicht in einer Sprachnachricht über sein Smartphone tun. Möglich macht das ein Testlauf in den vier Häusern, darunter das Steigenberger Hotel München, Steigenberger Grandhotel und das Steigenberger Grandhotel Petersberg und die Zusammenarbeit mit „Talk’n’Job“. Der Heidelberger Softwareentwickler bietet Lösungen für schnelle Bewerbungsprozesse – wie eben die Chat-Bewerbung. „Talk’n’Job ermöglicht es uns, zeitgemäß und zielgruppengerecht zu rekrutieren“, erklärt Ulrich Bensel. Der Chief Human Resources Officer Deutsche Hospitality ergänzt: „Wir wollen unsere zukünftigen Kolleginnen und Kollegen dort abholen, wo sie im Alltag sind.“ Diese Logik führt Frank Rücker bei seiner Mitarbeitersuche in die sozialen Medien. Der General Manager im Hotel Berlin Berlin nutzt sein großes Netzwerk mit 18.246 Followern auf LinkedIn und wirbt um Kandidaten: „Karriere im Hotel Berlin, Berlin als Senior Conference & Event Manager? Bewirb Dich jetzt oder schreib mir hier direkt. #hotel #event #eventprofs #conference #hotelberlin #berlin.“ Ein Link führt zur Karriereseite des 500-Zimmer-Hauses mit 21 Tagungsräumen und damit zur Mission, das vielseitigste Hotel Berlins zu sein, den Werten wie Ehrlichkeit im Umgang untereinander und Respekt füreinander und den Vorzügen wie etwa eine leistungsorientierte Bezahlung, 30 Urlaubstage, Weiterbildungen und Mitarbeiter-Events.

Von 100 % Kurzarbeit auf 150 % Auslastung

„Für viele in der Eventbranche ist der Fachkräftemangel das Thema“, beobachtet Oliver Langjahr. Der Founder und Owner von lmc.communication (LMC) in Stuttgart hat den Eindruck, der Arbeitsmarkt sei leergefegt. Die Situation in der Branche beschreibt er als sehr angespannt. Seine Agentur hat für Herbst einen hohen Auftragsbestand und muss von quasi von 100 % Kurzarbeit auf 150 % Auslastung hochfahren. Nicht nur das: Die Vorlaufzeiten der Projekte sind extrem kurz und die Pandemie wirft Planungen immer wieder über den Haufen. Das fordere die Teams und es fehle die Zeit, neue Kollegen intensiv einzuarbeiten. „Die Eventbranche hat an Attraktivität und an Image verloren“, vermutet Langjahr. Und das hat für ihn mehrere Ursachen: die geringe Planungssicherheit durch kurze Projektvorlaufzeiten und dadurch Überstunden und hoher persönlicher Einsatz. Der steinharte Wettbewerb bei Pitches, damit verbunden ein hoher Preisdruck. Und eine neue Generation, die mehr Wert auf Themen wie Work-Life-Balance legt und Karriere und Erfolg nicht mehr im Fokus hat. Langjahr: „Es ist ein Arbeitnehmermarkt geworden, auf dem sich die Unternehmen mit ihren Leistungen präsentieren müssen.“ Die Pandemie hat dazu ihren Teil beigetragen. „Im Bereich Messebau und Veranstaltungstechnik haben wir aktuell einen Personalfehlbestand von 30 bis 40 Prozent“, schätzt der Agenturchef. „Mitarbeiter sind in andere Branchen abgewandert, die wahrscheinlich auch nicht mehr zurückkommen werden. Ist ihnen doch klar geworden, dass es Jobs gibt mit regelmäßigen Arbeitszeiten und ohne Wochenendeinsätze.“ Das treffe auch auf Agenturen zu. „Uns betrifft es in jedem Fall“, so Langjahr. Um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, setzt seine Agentur auf die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben und moderne Arbeitsbedingungen, z. B. flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit und mobiles Arbeiten und eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit ergonomischen Möbeln und einem Mitarbeitercafé. Sein Fazit ist: „Menschen sind die wichtigste Ressource in jedem Unternehmen. In Agenturen noch einen kleinen Ticken mehr, da die Kreativbranche vom Einsatz der Menschen geprägt ist. Die Agenturen müssten alles daransetzen, dieser Branche wieder zu der Attraktivität zu verhelfen, die diese verdient.“ Hier seien auch die Kunden gefordert, die sich weg von einem preisorientierten, hin zu einem qualitätsbewussten Einkaufsverhalten bewegen müssten.

Foto: lmc.communication

„Mitarbeiter sind in andere Branchen abgewandert, die wahrscheinlich auch nicht mehr zurückkommen werden. Ist ihnen doch klar geworden, dass es Jobs gibt mit regelmäßigen Arbeitszeiten und ohne Wochenendeinsätze“

Oliver Langjahr, Founder und Owner von lmc.communication

War der Fachkräftemangel vor der Pandemie in Veranstaltungswirtschaft, Hotellerie und Gastronomie ein Thema, ist es nach 18 Monaten Planungs- und Jobunsicherheit nicht nur für Agenturchef Langjahr das Thema. In der Krise haben viele Mitarbeiter die Branche gewechselt und der Ausbildungsmarkt ist eingebrochen. 2019 begannen 1.830 Veranstaltungskaufleute (648 Männer, 1.185 Frauen) ihre Ausbildung, 1.293 Fachkräfte für Veranstaltungstechnik (1.140 Männer, 153 Frauen) und 8.142 Hotelfachleute (3.069 Männer, 5.070 Frauen), informiert das Statistische Bundesamt im August 2020. Und ein Jahr später: „Die Corona-Krise hat zu einem bislang einzigartigen Rückgang der Zahl neuer Ausbildungsverträge geführt. Insgesamt haben im Jahr 2020 nur 465.700 Personen in Deutschland einen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes waren das 47.600 oder 9,3 % weniger als im Jahr 2019.“

Podcast "Zwei zu Tisch" #25 HR & Employer Branding in der Hotellerie

"Zwei zu Tisch", der Gastro Podcast von gastromatic rund ums Personal, war beim HR & Employer Branding Barcamp des HSMA Deutschland und spricht im Podcast #25 mit drei Menschen aus der Hospitality über Themen, die sie bewegen: Anna Heuer, HSMA-Geschäftsführerin, Olaf P. Beck, Director of Human Relations bei Novum Hospitality, Isabel Zadra, Employer Branding Managerin der Zadra Gruppe.

Besonders betroffen sind die Branchen, die von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie stark belastet wurden. Die größten Rückgänge gab es bei den Berufen Tourismuskaufmann/-frau mit -61,1 %, Hotelfachmann/-frau mit -31,0 % und Koch/Köchin mit -19,8 %. 2021 sieht es im Gastgewerbe nicht besser aus. Ende Juli sind es 13,5 % weniger gemeldete Lehrstellen als im Vorjahr und 18 % weniger Bewerber, informiert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und beruft sich auf die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Deren Vorstandsvorsitzender Detlef Scheele warnt vor einem massiven Arbeitskräftemangel in Deutschland. Durch die demografische Entwicklung nehme die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte bereits in diesem Jahr um fast 150.000 Personen ab, in den kommenden Jahren werde es noch „viel dramatischer“, warnt Scheele.

NürnbergMesse: Ausbilden in der Pandemie

Foto: NürnbergMesse

Die NürnbergMesse investiert trotz der Auswirkungen der Pandemie in die Ausbildung. Zum 1. September 2021 starten neun Auszubildende und sechs Studierende: Sechs Veranstaltungskaufleute, eine Kauffrau für Marketingkommunikation, eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik und ein IT Systemelektroniker verstärken die rund 500 Mitarbeiter der Messegesellschaft am Standort Nürnberg. Mit ihnen beginnen fünf Studierende ein duales Studium an der DHBW Ravensburg im Studiengang Messe-, Kongress- und Eventmanagement und eine Studierende in Medien- und Kommunikationswirtschaft.

Beliebteste Arbeitgeber

Branchen wie Betriebe sind mehr denn je gefragt, sich um Fachkräfte und Talente zu bewerben und sich eine Marke als Arbeitgeber aufzubauen. Zu den beliebtesten Arbeitgebern in Deutschland hat das Trendence Absolventenbarometer 2021 knapp 150.000 Schüler, Studierende, auch Akademiker und Nicht-Akademiker befragt. Beispiel Wirtschaftswissenschaften. Die Arbeitgeber, bei denen sich die Befragten am ehesten bewerben würden, sind: Daimler/Mercedes-Benz, Adidas, BMW Group, Apple, Porsche, AUDI, Amazon, Tesla, Google, McKinsey. Die Lufthansa kommt auf Platz 13 zusammen mit dem Auswärtigen Amt, Aldi Süd auf 35. Unter den knapp 100 Nennungen sind keine Hotelketten oder größere Arbeitgeber der Veranstaltungswirtschaft wie Messegesellschaften. Die Benchmarkstudie „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ von Great Place to Work bezieht auch explizit den Mittelstand ein. In der Kategorie „Deutschlands Beste Arbeitgeber, großer und kleiner Mittelstand 2021“ taucht Hilton Hotels auf. Die Hotelkette hat sich als eines von 684 Unternehmen von insgesamt 50.500 Mitarbeitern bewerten lassen. Nicht nur, dass Deutschlands Beste Arbeitgeber besser denn je von ihren Mitarbeitern bewertet wurden: Die Fluktuation liegt bei diesen 100 Unternehmen mit 6 % unter dem bundesweiten Schnitt von 14 % und die Bewerbungen pro Mitarbeiter mit 6,5 über dem Durchschnitt von 1,6.

Great Place to Work 2021

Hilton Prämierung „Deutschlands Beste Arbeitgeber, großer und kleiner Mittelstand 2021".

Foto: Hilton Hotels

Dass Wissensarbeiter aus den Alterskohorten der Millennials und der Generation Z die Gewinne von Unternehmen beeinflussen, ist den meisten bewusst. Citrix hat den Zusammenhang zwischen dem Anteil an Digital Natives eines Landes und der Rentabilität von Unternehmen untersucht und herausgefunden, dass ein um 1 % höherer Anteil von Digital Natives mit einem Anstieg der Profitabilität um 0,9 % verbunden ist und weltweit mit Mehreinnahmen von 1,9 Billionen US-Dollar pro Jahr. Allerdings sind die Erwartungen der Millennials wenig bekannt. Das zeigt eine Citrix-Umfrage unter 1.000 Führungskräften und 2.000 Wissensarbeitern zwischen 18 und 39 Jahren in verschiedenen Ländern und Unternehmen: Die Arbeitsplatzstabilität und Work-Life-Balance zählen für die Millennials am meisten, Führungskräfte überschätzen die Attraktivität von Büros, junge Arbeitnehmer und Führungskräfte leben in unterschiedlichen digitalen Welten, Wohlbefinden wird wichtiger und die Mitarbeiter wollen mehr Tech-Investitionen. Für Digital Natives in Deutschland stehen die Arbeitsplatzsicherheit und Karrierechancen (88 %) sowie die Zufriedenheit mit der Arbeit im Fokus (86 %). Wichtig sind ihnen auch eine angemessene Vergütung (82 %) und eine autonome Arbeitsweise (78 %). 57 % der Befragten denken, dass die Arbeit von zu Hause für ihr Wohlbefinden am besten ist. Wohlbefinden am Arbeitsplatz hat einen hohen Stellenwert. Bei den deutschen Führungskräften liegen die Prioritäten anders, für sie stehen Investitionen in moderne Technologie am Arbeitsplatz und die Steigerung der Profite ihres Unternehmens im Vordergrund. Das Wohlbefinden der Mitarbeiter folgt erst danach.

Citrix-Studie: Welche Erwartungen haben Millennials?

Millennials haben einen großen Einfluss auf die Gewinne von Unternehmen, wie eine aktuelle Studie von Citrix zeigt. Das Unternehmen untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Anteil der Digital Natives eines Landes und der Rentabilität von Unternehmen und stellte in einer weiteren Studie die Erwartungen von 2.000 jungen Wissensarbeitern den Vorstellungen von 1.000 Führungskräften gegenüber.

Zukunftssicherung der Branche

Um Führungs- und Fachkräfte zu gewinnen, geht Leonardo Hotels Central Europe zwei neue Hochschul-Kooperationen ein: mit der IST Hochschule für Management in Düsseldorf und dem Aspira University College aus Split (Kroatien). Start ist im Oktober. Die Kooperation mit der IST Hochschule für Management bietet mit einem 4-Tage-Modell und einem frei wählbaren Studientag pro Woche Flexibilität und ermöglicht im Fernstudium die Verbindung von Praxis und Studium. „Wichtig für uns ist es, das Angebot an azyklischen Praxistagen auszubauen und die dualen Studenten durch viele praktische Erfahrungen zu herausragenden Fachkräften auszubilden“, sagt Eduardo do Nascimento, Talent & Development Manager der Leonardo Hotels Central Europe. Die Mitarbeiter bekommen 10 % Ermäßigung auf die Weiterbildungen und Studienangebote des Fachbereichs Tourismus und Hospitality. Eine Kooperation mit der IU Internationale Hochschule Bad Honnef im Tourismus- und Hotelmanagement sowie Culinary Management besteht bereits. Für den Dehoga Niedersachsen ist die Kooperation mit der IU Internationale Hochschule Bad Honnef neu, das Ziel das gleiche. Die Dual-Studierenden durchlaufen im Wechsel Theorie- und Praxisphasen in Präsenz, in den Mitgliedsbetrieben des Dehoga Niedersachsen, an den beiden niedersächsischen Standorten Hannover und Braunschweig der IU Internationale Hochschule sowie online am virtuellen Campus. „Der Fachkräftemangel in Hotellerie und Tourismus war schon vor der Corona-Pandemie ein großes Problem für die Branche. Die fortschreitenden Lockerungen verschärfen jetzt das Ringen um gut ausgebildete Mitarbeitende – nicht wenige haben sich in der Zwischenzeit beruflich umorientiert“, sagt Prof. Ina zur Oven-Krockhaus, Leiterin des Studiengangs Tourismusmanagement. Mit der Kooperation will ihre Hochschule einen Beitrag zur Zukunftssicherung der Branche leisten. Vorgesehen sind ermäßigte Studiengebühren, gemeinsame Stellenanzeigen, Events und Exkursionen, aber auch die Einbindung von Mitarbeitern der Dehoga-Betriebe als Vortragende und Dozenten. „Ein akademisches Studium mit Praxisphasen im Ausbildungsbetrieb ist ein neuer Ansatz für das Hotel- und Gaststättengewerbe, um zukünftige Führungskräfte an eine gastgewerbliche Tätigkeit heranzuführen und an den Betrieb zu binden“, betont Dirk Breuckmann, Vizepräsident des Dehoga Niedersachsen.

IHK-Qualitätssiegel „Top Ausbildung“

Eine Möglichkeit, sich als Ausbilder zu profilieren, ist das IHK-Qualitätssiegel „Top Ausbildung“. In einem mehrstufigen Verfahren werden die Berufsausbildungsverhältnisse der Ausbildungsbetriebe genau untersucht und den Unternehmen Impulse zur Weiterentwicklung gegeben. Die Marketing Osnabrück Gesellschaft ist erneut als IHK Top Ausbildungsbetrieb anerkannt worden. „Das Engagement für eine gute Ausbildung unserer Nachwuchskräfte ist wirklich groß“, sagt Anne Dietrich, Ausbildungsleiterin und Prokuristin. Die Auszubildenden durchlaufen alle Bereiche, vom Hallenbetrieb bis zum Marketing. Wer in die Eventbranche einsteigen will und organisatorisches oder technisches Interesse mitbringt, der kann sich noch bis 31. Oktober 2021 bewerben.

Foto: Franziska Gähr

Marketing Osnabrück ist „Top-Ausbildungsunternehmen“

Die Marketing Osnabrück Gesellschaft hat erneut das IHK-Qualitätssiegel „Top Ausbildung“ erhalten. Die Auszeichnung erhalten Betriebe, die sich überdurchschnittlich für die Ausbildung junger Menschen engagieren wie hier zur/zum Veranstaltungskauffrau/-mann und zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik.

Die Industrie- und Handelskammer Potsdam hat in Brandenburg das Seminarhotel Paulinen Hof in Bad Belzig als „Top Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet. Zur Überreichung von Pokal, Urkunde und Preisgeld durch IHK-Präsident Peter Heydenbluth kamen auch Staatssekretär Hendrik Fischer, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie, und Wolfgang Blasig, Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark, und gratulierten General Manager Christian Rex und seinem Team. Von den 37 Mitarbeitern sind acht in Ausbildung. Dieses Jahr kommen eine Veranstaltungskauffrau, eine Hotelfachfrau und ein Koch dazu. Ausgezeichnet wurde der Paulinen Hof für sein Azubi-Austausch-Programm, seine übertarifliche Ausbildungsvergütung, die Teilnahme an brandenburgischen Meisterschaften im Gastgewerbe, das Mitwirken am Projekt Ausbildungsbotschafter und bei der Berufsorientierung, z. B. der Teilnahme an virtuellen Zukunftstagen, aber auch dafür, dass das Seminarhotel in der Corona-Schließzeit seine Auszubildenden mithilfe der Ausbildenden das Haus weiterführen ließ.

Der Fachkräftemangel ist das Thema für Hoteldirektor Christian Rex. „Wir versuchen alles, um unsere Mitarbeiter fachgerecht und zeitgerecht auszubilden und zu binden.“ Zeitgemäß heißt für ihn, Digitalisierung ernst zu nehmen. „Wir sind das digitalste Hotel in Brandenburg – oder zumindest kurz davor“, behauptet Rex mit einem Augenzwinkern. Sein Paulinen Hof, ein über 100 Jahre alter Vierseithof, ist erst Ende 2015 eröffnet worden auf neuestem technischen Standard. In den 40 Zimmern liegen SuitePads aus. Die Gäste können über ihre Eingabe der Umwelt zuliebe auf die Zimmerreinigung verzichten, was 60 % tun. Die sieben Tagungsräume sind mit WeFrame ausgestattet. Rex: „Als das Estrel Berlin seinen ersten Raum damit ausstattete, waren es bei uns bereits fünf.“ Die Haustechnik funktioniert überwiegend über die Fernwarte, die Personalplanung teilautomatisiert über Gastromatic. Flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office, das war schon vor Corona Standard. „In unserem Team sind viele junge Eltern“, erzählt der zweifache Familienvater. Die Auszeichnung als familienfreundlichstes Unternehmen im Landkreis zeigt, dass Work-Life-Balance gelebt wird.

Foto: Paulinen Hof

„Die Branche muss moderner werden und endlich aufwachen!“

Christian Rex, General Manager Paulinen Hof

Dass der passionierte Koch mangels Personal im Moment kein À-la-carte-Essen anbieten und nicht jede Veranstaltungsanfrage annehmen kann, schmerzt ihn. Gastgebersein ist für Rex eine Kultur, die aussterbe, wenn sich nicht alle an der Ausbildung und Weitergabe der Berufe beteiligten. Er appelliert an alle Beteiligten: „Die Branche muss moderner werden und endlich aufwachen!“

Kerstin Wünsch

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