UN-Klimakonferenz 2021

A journey to change

Vom 31. Oktober bis 13. November 2021 hat in Glasgow die UN-Klimakonferenz stattgefunden. Foto: Karwai Tang, UK Government

Selbst wenn die 26. UN Climate Change Conference of the Parties (COP26) im November die Erwartungen nicht erfüllt hat, so hat sie weltweit Aufmerksamkeit geschaffen und die internationale Zusammenarbeit gestärkt. Eine Delegation von Industry Leaders hat in Glasgow die Net Zero Carbon Events vorgestellt. Es ist ein "Call to action" für die Veranstaltungsindustrie.

„I am deeply sorry“, sagt Alok Sharma. Der Präsident der UN-Klimakonferenz 2021 ringt um Worte, als er sich für die in letzter Minute abgeschwächte Vereinbarung zum Kohleausstieg entschuldigt. Die 26. UN Climate Change Conference of the Parties (COP26) vom 31. Oktober bis 12. November 2021 war am 13. November einen Tag in die Verlängerung gegangen, in der die 200 Staaten um eine Abschlusserklärung gerungen haben. Ihr Ziel, die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015 und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius, haben sie nicht erreicht. Die Veranstalter hatten das Ziel vorab „What do we need to achieve at COP26?“ im Internet transparent gemacht: „Secure global net zero by mid-century and keep 1.5 degrees within reach“. Die waren aufgefordert, ihre ehrgeizigen Emissionsreduktionsziele für 2030 vorzulegen, um bis Mitte des Jahrhunderts eine Netto-Null-Emission zu erreichen, indem sie die Abholzung der Wälder eindämmen, den Ausstieg aus der Kohle und den Umstieg auf Elektrofahrzeuge beschleunigen und Investitionen in erneuerbare Energien fördern.

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Moin! Herzlich willkommen im CCH

Modern, multifunktional und hochflexibel: Das neue CCH – Congress Center Hamburg bietet Ihnen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, damit Ihre Veranstaltung ein voller Erfolg wird. Unter dem Motto „Experience Future Mobility Now“ fand vom 11. bis 15. Oktober 2021 der ITS Weltkongress im CCH, auf dem Hamburger Messegelände sowie auf ausgewiesenen Test- und Demonstrationsflächen in Hamburg statt.

Da die globale Klimakrise nur gemeinsam zu bewältigen ist, widmet sich ein weiteres Ziel der Zusammenarbeit. Auf dem COP26 sind das Pariser Regelwerk fertigzustellen und die Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise durch die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft zu beschleunigen. Für die Veranstaltungsindustrie ist das eine Steilvorlage, bringt sie doch Menschen aus allen Bereichen des Lebens zusammen. Damit kommt ihr eine entscheidende Rolle zu meint Sherrif Karamat: „A lot has changed during the pandemic. But one thing has become abundantly clear: The important part that meetings and events play in solving complex issues around the world“, so der CEO der Professional Convention Management Association (PCMA). „Now is the time to realise that the meetings and event industry, or business events as it is increasingly called globally, is a metaindustry that has an impact on all other industries.“

Aufzeichnung Digital Talk

Sustainable Events: So kommen wir ins Tun

Speakerinnen und Speaker sind Katharina Reuter, Geschäftsführerin vom BNW Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft, Andreas Laub von Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP), Cathrin Mühlbauer vom Kongress- und Tagungszentrum Axica und Jürgen May von der CSR-Agentur 2bdifferent.

Foto: Screenshot

Net Zero Carbon Events

Eben weil die Veranstaltungsbranche Menschen zusammenzubringt, deren internationale Reise-, Kongress- und Messeaktivitäten die Umwelt beeinflussen (siehe „Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen“ des Bundesumweltministeriums), kommt ihr bei der Bekämpfung des Klimawandels eine besondere Verantwortung zu. Zwar haben viele Verbände, Veranstalter und Venues bereits Nachhaltigkeitsstrategien und -praktiken, doch fehlte bisher eine konstatierte internationale Aktion. Diese Lücke schließt die Initiative „Net Zero Carbon Events“. Vorgestellt haben sie auf dem COP26 am 10. November 2021 Vertreterinnen und Vertreter der Veranstaltungswirtschaft – und damit ein Versprechen abgegeben und einen Fahrplan für eine kohlenstofffreie Zukunft für Business Events vorgelegt.

Net Zero Carbon Pledge for the Events Industry

Recognising that the events industry is comprised of a complex and fragmented mix of stakeholders from across the globe, we acknowledge that while individual companies and organizations may take specific actions to minimise their carbon impact, to drive meaningful progress a system-wide approach is also needed. In this context, my organization commits to support the goal of net zero greenhouse gas (GHG) emissions by 2050, in line with global efforts set out by the Paris Agreement to limit warming to 1.5°C and reduce total global GHG emissions by 50% by 2030, and to actively promote and advocate for industry efforts throughout the value chain.

In pursuit of this aim, my organization undertakes to:

  1. Before the end of 2023, publish the organization’s pathway to achieve net zero by 2050 at the latest, with an interim target in line with the Paris Agreement’s requirement to reduce global GHG emissions by 50% by 2030
  2. Collaborate with partners, suppliers and customers to drive change across the value chain
  3. Measure and track our Scope 1, 2 and 3 GHG emissions according to industry best practice
  4. Report on our progress at least every two years

Entstanden ist die Initiative durch eine Kollaboration unter dem Dach des Joint Meetings Industry Council (JMIC) mit der Anleitung und Unterstützung des United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). Genauer gesagt ist sie das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der JMIC-Mitglieder UFI – Global Association of the Exhibition Industry, AIPC – International Association of Convention Centres (AIPC) und ICCA – International Congress and Convention Association (ICCA), der sich Veranstalter wie Freeman (USA), Informa (Großbritannien), RX (Großbritannien) angeschlossen haben und Venues wie das Hong Kong Convention and Exhibition Centre (HKCEC) und die Messe München.

Launch of the Event Industry's Net Zero Carbon Events Pledge. Industry leaders speaking in the COP26 session: Stephanie Dubois, Head of Event Operations, SAP, Kai Hattendorf, CEO, UFI, Monica Lee-Müller, Managing Director, Hong Kong Convention and Exhibition Centre (Management) Limited, Charlie McCurdy, CEO, Informa Markets, Miguel Alejandro Naranjo Gonzalez, Programme Officer, UNFCCC Secretariat, Cristina Pace, Chair of the Sustainability Working Group, eSkootr Championship (eSC), Bob Priest-Heck, CEO, Freeman, Mike Seaman, CEO, Raccoon Events, Alan Steel, President & CEO, New York Convention Center Operating Corporation (Javits Center), Kathleen Warden, Director of Conference Sales, Scottish Events Campus, Barbara Weizsäcker, Secretary General, European Major Exhibition Centres Association. Foto: Binit Bharadia, UK Government

Die Unterzeichner des Net Zero Carbon Pledge verpflichten sich, dass sie bis 2023 veröffentlichen, wie sie bis spätestens 2050 das Ziel Null-Emissionen erreichen wollen und das Zwischenziel, die Halbierung ihrer Emissionen bis 2030. Zum Handeln verpflichtet haben sich bisher 109 Organisationen, darunter Verbände, Veranstalter und Venues.

Advertorial

Luxemburg, kleines Land, große Innovationen

Wussten Sie schon, dass Luxemburg stark auf dem Gebiet der Innovation ist. Regierung, Forschungsinstitute und Unternehmen arbeiten hart daran, das Land zu einem der kreativsten und dynamischsten des Kontinents zu machen. Im Europäischen Innovationsanzeiger 2021 wird Luxemburg dank seines attraktiven Forschungsbereichs, Arbeitskräftepotenzials und intellektuellen Ressourcen als einer der stärksten Innovatoren überhaupt eingestuft.

Neu dabei ist Viparis mit neun Venues in und um Paris und zehn Millionen Besucherinnen und Besuchern: Espace Champerret, Espace Grande Arche, Hôtel Salomon de Rothschild, Les Salles du Carrousel, Palais des Congrès d’Issy, Palais des Congrès de Paris, Paris Expo Porte de Versailles, Paris Le Bourget und Paris Nord Villepinte. Seit fünf Jahren überwacht Viparis seine CO2-Emissionen und das Net Zero Carbon Pledge im Einklang mit der eigenen CSR-Strategie „Better Events 2030“. CEO Pablo Nakhlé Cerruti kommentiert: “Through this joint commitment to the Net Zero Carbon Events pledge to halve CO2 emissions over the next decade, key stakeholders in the events industry are affirming their commitment to a speedy transition towards a more sustainable events model. For Viparis, reducing the environmental impact of its sector – as well as those of its clients, partners and service providers – underpins our strategic development and modernization projects.”

Foto: Screenshot

Global Climate Action on 10 Nov, 2021: Launch of the Event Industry’s “Net Zero Carbon Events” Pledge

Miguel Alejandro Naranjo Gonzalez, Programmbeauftragter des UNFCCC-Sekretariats und Moderator der COP26-Sitzung

Als Austragungsort des COP26 ist der Scottish Events Campus (SEC) von Anfang an an der Ausarbeitung beteiligt und Kathleen Warden, Director of Conference Sales, bei der Vorstellung mit auf der Bühne. Für sie ist es ein „Call to action“, denn je mehr Organisationen unterschreiben, desto mehr werden ermutigt, sich anzuschließen. Das schaffe eine Dynamik für echte Veränderungen. „Als Einzelpersonen und als Gemeinschaft werden wir Wissen austauschen und Veranstaltungen durch die Brille der Nachhaltigkeit betrachten, von der Beschaffung bis zur Durchführung“, sagt Warden. „Wir beginnen diesen 'Wettlauf zum Nullpunkt' nicht bei Null. Es wurde bereits viel Arbeit geleistet“, betont sie. „Wir befinden uns auf einer Reise, und das Net Zero Carbon Events Pledge ist die Grundlage für die vor uns liegende wichtige Arbeit.“

„Dies ist der Beginn der Reise, und jetzt kommt der eigentliche Test, nämlich wirklich bedeutende Arbeit zu leisten ... um uns zu helfen, das zu erreichen, wozu wir uns verpflichtet haben“, bekräftigt Miguel Alejandro Naranjo Gonzalez, Programmbeauftragter des UNFCCC-Sekretariats und Moderator der COP26-Sitzung. Der nächste Schritt der Initiative ist die Entwicklung eines Fahrplans, der die in der Zusage genannten Ziele definiert und unterstützt, mit dem Ziel, diesen Rahmen 2022 auf der 27. UN Climate Change Conference of the Parties COP27 in Sharm El-Sheikh, Ägypten, vorzustellen.

Launch of the Event Industry's “Net Zero Carbon Events Pledge"

Statement by the new President of the UN General Assembly, Abdulla Shahid

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Scotland’s Journey to change

Den Zuschlag für die UN-Klimakonferenz 2021 erhielt Großbritannien in einer Partnerschaft mit Italien und Schottland für deren Ausrichtung. Für Schottland ist es der bisher größte Business Event. Gastgeber ist Glasgow. 40.000 Delegierte aus 200 Staaten treffen sich in Räumlichkeiten des Scottish Event Campus (SEC). Der mit Gold Green Tourism ausgezeichnete Veranstaltungsort umfasst das SEC Centre mit fünf Ausstellungs- und Tagungsräumen mit insgesamt 22.000 qm, das SEC Armadillo mit einem Auditorium mit 3.000 Sitzplätzen und die Arena OVO Hydro mit 14.300 Plätzen. Neben dem Net Zero Carbon Pledge der Veranstaltungsindustrie verpflichtet sich der Scottish Event Campus (SEC) mit seinem Umweltmanagementsystem (EMS) zur Nachhaltigkeit.

Der COP26 findet im Scottish Event Campus (SEC) statt mit drei Venues: dem SEC Centre, dem SEC Armadillo und – im Bild – der Arena OVO Hydro. Foto: Karwai Tang, UK Government

Hand in Hand mit dem Scottish Event Campus (SEC) unterstützt das Glasgow Convention Bureau mit seiner Strategie „People Make Glasgow Greener“ Eventprofessionals. Als erstes Convention Bureau hat Glasgow die Akkreditierung Green Tourism erhalten und sich der Tourism Declares a Climate Emergency angeschlossen. 2016 ist Glasgow als erste britische Stadt dem Global Destination Sustainability Index für nachhaltige Tourismus- und Veranstaltungsstädte beigetreten und steht dort unter den Top Ten der Städte hinter Göteborg, Kopenhagen und Aarhus auf Platz vier.

Nun hat das Glasgow Convention Bureau einen neuen Service für Planer ins Leben gerufen. Die Initiative „Go Greener in Glasgow“ übersetzt die 17 Sustainable Development Goals (SDG) der United Nations für die Durchführung von Konferenzen. „Das Workshop-Konzept baut auf unserem Go Greener Toolkit für Konferenzveranstalter auf, die eine nachhaltigere Veranstaltung in unserer Stadt durchführen möchten“, informiert Aileen Crawford, Leiterin der Abteilung Tourismus und Kongresse im Glasgow Convention Bureau. Das interaktive Format ermöglicht es, für jede Konferenz die passenden Ziele zu bestimmen und diese nachhaltigen Maßnahmen an Mitglieder, Sponsoren und Stakeholder zu vermitteln.

Victoria Logan nimmt das Angebot gerne an für ihre Jahreskonferenz der British Society for Rheumatology vom 25. bis 27. April 2022 im SEC Glasgow. Die Direktorin für Marketing und Bildung weiß, dass das persönliche Treffen für ihre Mitglieder von großem Wert ist und gleichzeitig „eine echte Chance, die Art und Weise, wie wir arbeiten, entscheidend zu verändern“. Logan: „We’re delighted to work with the SEC as a Gold Green Tourism-accredited venue and are grateful to Glasgow Convention Bureau for challenging us (as organisers), our exhibitors and our delegates to make changes suggested in the Go Greener toolkit and align our planning with the UN Sustainable Development Goals.“

Podcast series

“VisitScotland Presents: COP26 and the Journey to Change”

“VisitScotland Presents: COP26 and the Journey to Change” explores key discussion areas from the COP26 Presidency Programme and how business events can act as drivers for change.

Auf die 17 SDGs hat auch VisitScotland Business Events seine Kampagne “Journey to Change” ausgerichtet und zum Klimagipfel eine Podcast-Serie gestartet: “VisitScotland Presents: COP26 and the Journey to Change”. In 16 Episoden geht es um Themen wie Energie, Natur, Reisen und Gleichberechtigung und die Rolle von Business-Events als Motoren für den Wandel. Zu Wort kommen schottische und internationale Experten aus Wirtschaftssektoren, Veranstaltungsorten, Verbänden und Organisationen. Unter ihnen sind Malcolm Roughead, CEO von VisitScotland, Jonathan Heastie, Portfolio Director Energy & Marine bei RX (Reed Exhibitions), und Sherrif Karamat. Der CEO von PCMA betont: “Business events play a pivotal role in creating a better world. Let us now make sure that we continue to develop this important issue where we bring people together to solve complex issues and contribute to understanding different cultures and humanity in the world. It never ends.”

Kerstin Wünsch

Fortbildung von tagungsplaner.de

Sustaindigital – Was hat die Digitalisierung von Events mit Nachhaltigkeit zu tun?

In der Pandemie werden viele Veranstaltungen hybrid oder digital umgesetzt. Daraus ergeben sich für deren Planung neue Anforderungen u.a. in Sachen Konzeption, Dramaturgie, Technik ergeben. Aber was bedeutet diese Entwicklung hinsichtlich der Nachhaltigkeit bei digitalen Events? Lerninhalte des Webinars am 1. Februar 2022 sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit bei Events, Handlungsfelder und Lieferketten bei digitalen Events, relevante Erhebungsdaten für eine CO2-Bilanzierung digitaler Eventformate.

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