Haus der Technik

Vom digitalen Zwilling lernen

Das Haus der Technik (HDT), Deutschlands ältestes technisches Weiterbildungsinstitut, macht sich auf den Weg zu seinem digitalen Zwilling, um die neuen technischen Möglichkeiten für seine Stakeholder zu nutzen. Foto: HDT

Deutschlands ältestes technisches Weiterbildungsinstitut nutzt die Pandemie zum digitalen Befreiungsschlag: Das Haus der Technik (HDT) begibt sich auf die Reise zu seinem digitalen Zwilling. In der ersten Etappe erfolgt die Gründung eines digitalen Campus, in der zweiten die Entwicklung der passenden Smartphone-App und in der dritten die langfristige Karrierebegleitung. Ein Gastbeitrag von Michael Graef.

Deutschlands ältestes technisches Weiterbildungsinstitut, das Haus der Technik (HDT), wurde 1927 in Essen gegründet. Wenn man so will, existierte es jedoch bereits mehr als ein Jahrzehnt zuvor in virtueller Form – als Vision respektive Desiderat von Heinrich Reisner. Der 1881 geborene Ingenieur und Wissenschaftsjournalist hatte als einer der ersten erkannt, dass der intensivere interdisziplinäre Austausch über Branchengrenzen hinweg für die zukünftige innovationsbasierte Wertschöpfung im Wirtschafts- und Industrieraum Rhein-Ruhr ebenso unerlässlich sein würde wie der schnellere Transfer wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die betriebliche Praxis. Möglicherweise wäre Reisners detailliert ausgearbeiteter und 1912 während der Hauptversammlung der Rheinisch-Westfälischen Gesellschaft für die Exakten Wissenschaften erstmals öffentlich dargelegter Entwurf des Vorläufers vieler heutiger Weiterbildungseinrichtungen zu einem vollständigen digitalen Zwilling entwickelt worden, hätte der spätere erste Leiter des von einem gemeinnützigen Verein getragenen HDT in unserer Zeit gelebt. Denn bekanntermaßen kann sich ein solches numerisches Modell durchaus auf etwas beziehen, das irgendwann später greifbare Realität werden soll.

Foto: HDT

Das Haus der Technik (HDT)

Das Haus der Technik (HDT) mit Stammsitz in Essen ist das älteste technische Weiterbildungsinstitut in der Bundesrepublik Deutschland. Mit Praxis-Know-how und beraterischer Expertise begleitet das HDT Menschen und Unternehmen in die wissensbasierte Arbeitswelt von morgen. Seit über 90 Jahren gibt es mit seiner breit gefächerten Themenpalette die richtigen Impulse, um im Wettbewerb den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Im Essener Stammhaus sowie bundesweit an vielen zusätzlichen Orten werden mehr als 1.500 Veranstaltungen jährlich angeboten. Themenwelten sind Automation & Digitalisierung, Energie, Infrastruktur und Management, Mobilität, Produktion & Maschinenbau, Umwelt & Gesundheit. Innovation durch schnellen Wissenstransfer – dazu gehören Seminare, Tagungen und zertifizierte Lehrgänge ebenso wie die unter der Marke hdt+ gebündelten digitalen Angebote. Das Haus der Technik arbeitet eng mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen aus dem In- und Ausland zusammen. www.hdt.de

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Gegenwärtig wird eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung erforderlich und peu à peu vollzogen: Das seit Generationen in der beruflichen Wirklichkeit von Fach- und Führungskräften der unterschiedlichsten Branchen fest verankerte HDT soll einen „echten“ digitalen Zwilling erhalten. Nun ist es keineswegs so, dass es der Pandemie bedurfte, um das Thema Digitalisierung im Allgemeinen sowie die Digitalisierung der Weiterbildung im Besonderen bei uns auf die Tagesordnung zu bringen. Überlegungen bis hin zu konkreten Plänen gab es seit Längerem. Zudem wurde in der Vergangenheit im Rahmen von Blended-Learning-Angeboten immer wieder das Beste der beiden Welten – Präsenz- und E-Learning – miteinander kombiniert. Hier sind vor allem die Bereiche Strahlenschutz und Management zu erwähnen. Bloß war der Markt noch nicht so weit, als dass die komplette Umstellung des HDT-Angebots auf Online-Events oder hybride Formate der logische nächste Schritt gewesen wäre. Das hat sich 2020 gründlich geändert. Indem SARS-CoV-2 nahezu ohne Vorwarnzeit ganze Wirtschaftszweige von ihren Zielgruppen abschnitt, wurde das digitale Geschäft vielerorts zur Conditio sine qua non – auch für das HDT. Statt in Ruhe einen belastbaren digitalen Zwilling zu formen, war jetzt ein Parforceritt notwendig: Zeitnah musste aus möglichst vielen der jährlich über 1.000 angebotenen Präsenzveranstaltungen digitale Events gemacht und die Angemeldeten für diese Idee erwärmt werden. Das gelang relativ gut. Die meisten hatten die Dimension der Pandemie und die Alternativlosigkeit (ein unschönes Wort!) der Entscheidung nach kurzer Zeit begriffen.

Wer ist Michael Graef?

Michael Graef verantwortet im Haus der Technik (HDT) die Unternehmenskommunikation. Der Journalist ist zugleich Co-Founder einer Verlags- und Beratungsgesellschaft und unter anderem Mitherausgeber eines viel beachteten Design-Journals.

Weil Provisorien bekanntlich am längsten halten, hätte die Angelegenheit damit ihr Bewenden haben können. Doch hätten wir so die Zeichen der Zeit gewiss übersehen. Wohl kaum jemand rechnet nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie mit einer Rückkehr zur alten Normalität. Das im Hinterkopf habend, entschieden wir uns für den digitalen Befreiungsschlag. Der erste Schritt bestand 2020 in der Gründung eines digitalen Campus. Technisch gesehen fußt dieser auf einer mandantenfähigen Software-Architektur, welche imstande ist, die Seminare und Tagungen des HDT über Webbrowser auszuspielen. Teilnehmende finden eine leistungsfähige und ansprechende Umgebung für den kursinternen Dialog – untereinander und mit Dozierenden –, für die Erörterung von Fachfragen, Downloads von Unterlagen, Übungen und Umfragen. Des Weiteren sind sogar virtuelle Fachausstellungen möglich. Natürlich bildet die Plattform gleichermaßen Live-Vorträge sowie Aufzeichnungen auf Grundlage der derzeit gängigen Formate (u. a. Teams, Webex, Zoom und YouTube) sowie mittels einer proprietären Lösung ab.

Der digitale Campus hdt+

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Der innovative hdt+ digital campus bündelt die Vorteile der HDT-Expertenseminare im virtuellen Raum. Ob Streams, Live-Seminare, Aufzeichnungen, Programme, Chats, Downloads oder virtuelle Ausstellungen – alles lässt sich bei hdt+ über eine einzige Plattform abrufen.

Im zweiten Schritt wurde Anfang 2021 eine passende Smartphone-App für iOS und Android ergänzt. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Vorteile des digitalen Campus besonders bequem erschließen. So kann jederzeit und von überall auf Programme, Downloads, Zusatzinformationen und News sowie die gesamte Dokumentation und Interaktion zugegriffen werden. Einerlei, ob die Teilnahme von nun an digital oder physisch vor Ort erfolgt – stets ist der digitale Campus das Informations- und Daten-Hub. Von all dem profitieren Veranstaltungen aller Art und jeder Größe – bis hin zu internationalen Konferenzen wie der unter anderem gemeinsam mit der RWTH Aachen als traditionellem Kooperationspartner des HDT ausgerichteten „Advanced Battery Power“, um nur ein Beispiel zu nennen. Jahr für Jahr bringt sie Ingenieure und Wissenschaftler aus dem gesamten Feld der Batterietechnologie zusammen, 2021 zum ersten Mal auf der neuen digitalen Plattform.

Über die Smartphone-App greifen Teilnehmer auf Programme zu, auf Downloads, Zusatzinformationen und News. Foto: HDT

Wer schon an einem erfolgreichen Digitalisierungsprojekt beteiligt war, wird es bestätigen können: Ziel ist nicht das Umfüllen von „analogem Wein“ in „digitale Schläuche“. Vielmehr geht es darum, die sich neu ergebenden technischen und kommunikativen Möglichkeiten für die Darstellung messbarer Mehrwerte für alle Stakeholder zu nutzen. Zum Beispiel durch das Aufspüren und die Beseitigung von Ineffizienzen. Da dank Digitalisierung die durchgehende Anwesenheit am Schulungsort für den Lernerfolg oftmals gar nicht mehr nötig ist, liegen die Ineffizienzen bei Weiterbildungsveranstaltungen in der Verursachung von Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten sowie Freistellungskosten durch die Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Letztere übertreffen nicht selten die Teilnahmegebühren. Bei der Digitalisierung von Prozessen dürfen aber im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung die Schnittstellen zum „Brick and Mortar“ genauso wenig außer Acht gelassen werden. Für uns ein Grund mehr, die vorgenannten Maßnahmen durch die deutliche qualitative Aufwertung der Präsenzanteile zu flankieren. Gruppenarbeiten, Diskussionen und Networking werden künftig in den Vordergrund gestellt. Sofern es überhaupt stattfindet, soll sich das Reisen mehr denn je lohnen.

Das Stichwort Reisen bildet die perfekte Überleitung zum besagten Aufbau eines digitalen Zwillings, der die dritte Etappe auf unserem Weg zum Weiterbildungsinstitut der Zukunft darstellt. Ein Stück weit wurde das Fundament mit dem digitalen Campus inzwischen gelegt. Etliches musste allerdings bislang außen vor bleiben. Zu den wichtigsten Dingen, die abgebildet sein wollen, um von einem vollständigen digitalen Zwilling sprechen zu können, gehören die über das einzelne Produkt hinausgehenden Services. Das HDT versteht sich nämlich nicht lediglich als Seminaranbieter und Forum für den Austausch von Wissen und Erfahrungen (diesem Zweck dient insbesondere das „HDT Congress Center“ im Essener Stammhaus, das für Messen und Firmenveranstaltungen gefragt ist), sondern als langfristiger Karrierebegleiter. Klug aufeinander aufbauende beziehungsweise abgestimmte Weiterbildungsangebote bilden dafür das Gerüst, die zuverlässige Beratung durch erfahrene Fachleute den Mehrwert. Das hat viel mit Wissensmanagement zu tun und verlangt nach einer gut strukturierten digitalen Repräsentanz, um Kundenwünsche klarer zu identifizieren und zu adressieren, ja diesen am besten zuvorzukommen.

Tagen im HDT Congress Center Essen

Seit Jahrzehnten bildet das Stammhaus des HDT, das Essener Haus der Technik, außerdem als bedeutendes Kongresszentrum den perfekten Rahmen für Firmenveranstaltungen, Betriebsversammlungen, Messen und Roadshows. Räume unterschiedlichster Größe mit bis zu 600 Sitzplätzen sowie großzügige Multifunktions- und Ausstellungsflächen warten mit modernster Medien- und Beleuchtungstechnik auf. Organisation und Service inklusive Catering lassen keine Wünsche offen und machen jedes Event zum unvergesslichen Ereignis. www.hdt-cc.de

Zweifelsohne wird darüber hinaus die Entwicklung völlig individueller Konzepte und Lösungen in den nächsten Jahren bedeutsamer. Man denke allein an die Auswirkungen des digitalen Wandels auf Deutschlands Schlüsselindustrien. Dieser lässt in Unternehmen jeweils sehr verschiedene Qualifizierungsbedarfe entstehen. Zu den Gewinnern unter den Weiterbildungsanbietern werden diejenigen zählen, die sich hier am schnellsten mit überzeugenden Angeboten hervortun und gleichzeitig am stärksten dem Ideal eines hoch kompetenten und flexiblen One-Stop-Shops entsprechen. Zwischenstationen auf dem bisherigen Weg zu maximaler Flexibilität waren im HDT beispielsweise die sogenannten Seminare nach Maß sowie die ebenfalls speziell auf einzelne Anwendungsfälle fokussierenden Inhouse-Seminare. Ein digitaler Zwilling kann mit Sicherheit helfen, sowohl das themenbezogene Angebot als auch die Angebotsstrukturen rascher an das aktuelle Marktgeschehen anzupassen. Im Grunde folgt man dabei dem „Kölner-Dom-Prinzip“. Wie bei dem im 13. Jahrhundert begonnenen Bau an der Kathedrale mit den beiden ikonischen Zwillingstürmen, die erst im späten 19. Jahrhundert komplettiert werden konnten, endet dieser Prozess niemals. Der Weg bleibt das Ziel; eine zentrale Managementaufgabe wird es sein, alle Beteiligten mitzunehmen und für die gemeinsame Reise zu begeistern.

Michael Graef

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